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Ein Angebot des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels

30. Mai 2008 (Newsletter - Nr.2/2008)

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch in den vergangenen zwei Monaten hat sich unser Informationsportal zdwa.de weiterentwickelt und wir möchten Ihnen heute die neu eingestellten Artikel sowie unsere neue Rubrik „Geschichtliches“ vorstellen.


So berichtet ein Beitrag, wie Lebenserwartung innerhalb Deutschlands ungleich verteilt ist: Frauen leben länger als Männer, auch wenn die Differenz kleiner wird. Die Lebenserwartungen von Ost- und Westdeutschland haben sich angeglichen. Zwischen den unterschiedlichen sozialen Schichten der deutschen Bevölkerung besteht jedoch noch ein großer Unterschied. Die Lebenserwartung von Menschen mit niedrigem Berufsstand, einem geringen Einkommen oder geringer Bildung steigt zwar mit der insgesamt wachsenden Lebenserwartung, fällt aber immer noch geringer aus als die Lebenserwartung von sehr gebildeten und gut verdienenden Menschen. Diese Ungleichverteilungen können, wie der Wissenschaftler Marc Luy anmerkt, wiederum Folgen für die Entwicklung der zukünftigen Bevölkerung haben.

Die „späten Mütter“ sind Gegenstand eines weiteren neuen Artikels. Wissenschaftler haben auf der Basis von Lebensereignisdaten untersucht, in welchem Alter schwedische Frauen über das vergangene Jahrhundert hinweg Kinder bekamen. Heute steigt der Trend zur Mutterschaft im Alter von 39 Jahren und älter ganz langsam an, doch auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Schwangerschaft einer 40-Jährigen keine Seltenheit. Der Unterschied zu heute ist: Die Frauen bekamen in diesem Alter nicht ihr erstes oder zweites, sondern ihr achtes, neuntes oder zehntes Kind. Auch anders als vor hundert Jahren ist, dass in den vergangenen Jahren neue Rekorde beim Höchstalter spätgebärender Frauen aufgestellt werden – dank dem Einsatz von Reproduktionstechnologien.

Unter dem Navigationspunkt „Was ist Demografie?“ können Sie sich nun zu den Anfängen der wissenschaftlichen Disziplin ‚Demografie’ belesen. Zum einen berichtet ein Beitrag über die Geburtsstunde der Demografie. Es war John Grault, der bereits um 1616 mit einfachsten statistischen Mitteln und Datensätzen die Bevölkerung Londons vermaß und mit seinen Ergebnissen der Bevölkerungswissenschaft den Weg ebnete.

In einem weiteren Artikel lernen Sie den Gründervater der Bevölkerungsstatistik in Deutschland kennen: Johann Peter Süßmilch. Er wurde vor etwa 300 Jahren geboren und hat in seinem bekannten Werk, die „Göttliche Ordnung“, seine Berechnungen zur deutschen Bevölkerung veröffentlicht. Auch Prognosen gehörten zu seinem Aufgabenfeld: Er errechnete in einer ersten globalen Bevölkerungsprognose auf der Basis der "Tragfähigkeit" der Erde eine Obergrenze für die Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen (derzeit liegt sie bei etwa 6,6 Milliarden).

Neben diesen neuen Inhalten auf zdwa.de möchten wir Sie abschließend auf das neue Online-Tool www.demographic-risk-map.eu aufmerksam machen. Auf der Webseite sind die Kernergebnisse einer gemeinsamen Studie des Forschungsbereichs „Alternde Arbeitskräfte“ des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels und econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V. (im Auftrag der Unternehmen BASF, Evonik und SAP) bereitgestellt. Es wird gezeigt, wie sich Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung auf verschiedene Standortfaktoren in 264 Regionen der Europäischen Union auswirken.


Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre,

Insa Cassens & Juliane Steinberg

 

Neue Artikel auf zdwa.de:

 

 

Ungleiche Lebenserwartung innerhalb Deutschlands - Geschlecht und soziale Herkunft sind noch immer von Bedeutung

Seit 100 Jahren steigt die Lebenserwartung in Deutschland stetig an. Doch die Sterblichkeit im Land ist ungleichmäßig verteilt: So leben Frauen trotz zunehmender Angleichung zwischen den Geschlechtern nach wie vor länger als Männer. Sozioökonomische Faktoren können die Lebenserwartung ebenfalls bestimmen. Hingegen gleichen sich die Ost-West-Unterschiede in der Sterblichkeit seit der Wiedervereinigung wieder an.
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Späte Mutterschaft in Schweden – Entwicklungen seit Ende des 19. Jahrhunderts

Über 40-jährige Frauen, die Mutter werden, sind heutzutage in den westlichen Industriestaaten keine Seltenheit. Dieses Phänomen ist jedoch nicht neu. Wissenschaftler des MPIDF können anhand von Lebensereignisdaten zeigen, dass in Schweden auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Schwangerschaft von Frauen in höheren Altern Normalität war. Verändert hat sich jedoch, wie viele Kinder die Frauen vor einer solchen Spätgeburt bereits haben und welche Höchstalter bei Geburt erreicht werden.
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Neue zdwa-Rubrik "Geschichtliches":

 

 

Die Geburtsstunde der Demografie


Der 27. Februar 1661 ist ein geschichtsträchtiges Datum. Als John Graunt an diesem Tag um exakt 18.00 Uhr in London vor der Royal Society aus seinem Artikel „Natural and Political Observations Mentioned in a Following Index, and Made upon the Bills of Mortality“ vorlas, konnte er nicht ahnen, dass dies die Geburtsstunde einer neuen wissenschaftlichen Disziplin war, und er der „Gründervater“. 2008 feiert die Demografie also bereits ihren 347. Geburtstag. Doch warum waren Graunts Untersuchungen so bahnbrechend?
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Vor 300 Jahren wurde Johann Peter Süßmilch, der "Gründervater" der Bevölkerungswissenschaft in Deutschland, geboren


Johann Peter Süßmilch stand in der Mitte seines Lebens, als er 1741 sein Aufsehen erregendes Werk "Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, Tod und Fortpflanzung desselben erwiesen" veröffentlichte. Er verfasste damit eine der ersten wissenschaftlich-systematischen Schriften über die Bevölkerungsstatistik in Deutschland überhaupt und wird deshalb auch als einer der "Gründerväter" der demografischen Forschung in Deutschland bezeichnet.  >> mehr

Online-Tool "Demographic Risk Map" vergleicht Demografischen Wandel und Standortrisiko für 264 europäische Regionen


Eine aktuelle Studie des Forschungsbereichs "Alternde Arbeitskräfte" des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels geht der Frage nach, wie sich der Demografische Wandel auf regionale Standortfaktoren in Europa auswirkt. Kompakte Informationen über die demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf ausgewählte Standortfaktoren für 264 Regionen der Europäischen Union sind nun erstmals unter www.demographic-risk-map.eu verfügbar.  >> mehr

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Unser Angebot an neuen Artikeln und Inhalten wird fortlaufend aktualisiert. Besuchen Sie schon bald wieder das Informationsportal zum Demografischen Wandel in Deutschland und Europa - www.zdwa.de

Ihr ZDWA-Team am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels

Rostock, im Mai 2008

 

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