auch in den vergangenen zwei Monaten hat sich unser Informationsportal zdwa.de weiterentwickelt und wir möchten Ihnen heute die neu eingestellten Artikel sowie unsere neue Rubrik „Geschichtliches“ vorstellen.
So berichtet ein Beitrag, wie Lebenserwartung innerhalb Deutschlands ungleich verteilt ist: Frauen leben länger als Männer, auch wenn die Differenz kleiner wird. Die Lebenserwartungen von Ost- und Westdeutschland haben sich angeglichen. Zwischen den unterschiedlichen sozialen Schichten der deutschen Bevölkerung besteht jedoch noch ein großer Unterschied. Die Lebenserwartung von Menschen mit niedrigem Berufsstand, einem geringen Einkommen oder geringer Bildung steigt zwar mit der insgesamt wachsenden Lebenserwartung, fällt aber immer noch geringer aus als die Lebenserwartung von sehr gebildeten und gut verdienenden Menschen. Diese Ungleichverteilungen können, wie der Wissenschaftler Marc Luy anmerkt, wiederum Folgen für die Entwicklung der zukünftigen Bevölkerung haben.
Die „späten Mütter“ sind Gegenstand eines weiteren neuen Artikels. Wissenschaftler haben auf der Basis von Lebensereignisdaten untersucht, in welchem Alter schwedische Frauen über das vergangene Jahrhundert hinweg Kinder bekamen. Heute steigt der Trend zur Mutterschaft im Alter von 39 Jahren und älter ganz langsam an, doch auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Schwangerschaft einer 40-Jährigen keine Seltenheit. Der Unterschied zu heute ist: Die Frauen bekamen in diesem Alter nicht ihr erstes oder zweites, sondern ihr achtes, neuntes oder zehntes Kind. Auch anders als vor hundert Jahren ist, dass in den vergangenen Jahren neue Rekorde beim Höchstalter spätgebärender Frauen aufgestellt werden – dank dem Einsatz von Reproduktionstechnologien.
Unter dem Navigationspunkt „Was ist Demografie?“ können Sie sich nun zu den Anfängen der wissenschaftlichen Disziplin ‚Demografie’ belesen. Zum einen berichtet ein Beitrag über die Geburtsstunde der Demografie. Es war John Grault, der bereits um 1616 mit einfachsten statistischen Mitteln und Datensätzen die Bevölkerung Londons vermaß und mit seinen Ergebnissen der Bevölkerungswissenschaft den Weg ebnete.
In einem weiteren Artikel lernen Sie den Gründervater der Bevölkerungsstatistik in Deutschland kennen: Johann Peter Süßmilch. Er wurde vor etwa 300 Jahren geboren und hat in seinem bekannten Werk, die „Göttliche Ordnung“, seine Berechnungen zur deutschen Bevölkerung veröffentlicht. Auch Prognosen gehörten zu seinem Aufgabenfeld: Er errechnete in einer ersten globalen Bevölkerungsprognose auf der Basis der "Tragfähigkeit" der Erde eine Obergrenze für die Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen (derzeit liegt sie bei etwa 6,6 Milliarden).
Neben diesen neuen Inhalten auf zdwa.de möchten wir Sie abschließend auf das neue Online-Tool www.demographic-risk-map.eu aufmerksam machen. Auf der Webseite sind die Kernergebnisse einer gemeinsamen Studie des Forschungsbereichs „Alternde Arbeitskräfte“ des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels und econsense - Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V. (im Auftrag der Unternehmen BASF, Evonik und SAP) bereitgestellt. Es wird gezeigt, wie sich Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung auf verschiedene Standortfaktoren in 264 Regionen der Europäischen Union auswirken.
Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre,
Insa Cassens & Juliane Steinberg