wir freuen uns, Sie auch im Jahr 2008 über aktuelle Forschungsergebnisse zum Demografischen Wandel und Neuerungen auf unserer Website zdwa.de informieren zu können. Im Fokus der neu eingestellten Beiträge stehen interessante Entwicklungen im Geburtenverhalten in verschiedenen europäischen Staaten sowie die Beschäftigungschancen älterer Migranten in Deutschland.
So gingen die Rostocker Wissenschaftlerinnen Jana Bruder und Katharina Frosch der Frage nach, ob das Alter und die Nationalität Einfluss auf die Wiederbeschäftigungschancen haben. Sie konnten zeigen: Je älter die deutschen und ausländischen Arbeitsuchenden sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, eine neue Anstellung zu finden. Dies trifft für ältere ausländische Bürger – insbesondere griechischer, italienischer und türkischer Abstammung - jedoch in viel höherem Maße zu als für Arbeitsuchende mit deutscher Staatsangehörigkeit.
Hill Kulu vom MPIDF untersuchte in einer Studie, inwieweit sich Siedlungsgrößen und Wohnortwechsel auf das Geburtenverhalten von Frauen in Polen und Österreich auswirken. Dabei stellte er heraus, dass sich das Geburtenverhalten in den Ländern ähnelt: In beiden Staaten bekommen die Menschen auf dem Land mehr Kinder als in der Stadt. Parallelen zeigen sich auch nach einem Umzug innerhalb der Landesgrenzen. So haben beispielsweise Neuzugezogene in ländlichen Gebieten eine größere Neigung, ein erstes Kind zu bekommen, als die dort Ansässigen.
Durch das familienpolitische Instrument „Speed-Premium“ – eine Geschwindigkeitsprämie, die bei Geschwisterkindern greift – bekommen immer mehr schwedische Frauen ihre Kinder in immer kürzeren Abständen. Wissenschaftler des MPIDF gingen nun der Frage nach, ob diese Leistung auch von allen gleich genutzt wird, insbesondere von Menschen unterschiedlicher Nationalität. Im Resultat können sie zeigen: Frauen, die aus anderen skandinavischen Staaten eingewandert sind, zeigen das gleiche Verhalten wie Schwedinnen. Immigrantinnen aus nicht-skandinavischen Ländern haben ihre Geburtenabstände nicht nachweisbar angepasst. Die Gründe dafür können vielseitig sein, weisen aber auf ein gewisses Maß an sozialer Ungleichheit hin.
In der Kategorie „Studium und Schule“ ging die neue Rubrik „Demografen in der Praxis“ online. Auf dieser Seite werden berufliche Portraits von ausgebildeten DemografInnen vorgestellt. Unterstützend zu den theoretischen Antworten auf die Frage „Was machen Demografen?“ können Interessierte nachlesen, wie Absolventen des Demografie-Studienganges auf dem Arbeitsmarkt Fuß gefasst haben und in welchen Bereichen sie nun tätig sind. Denn das Einsatzgebiet von Demografen ist vielfältig und reicht von forschenden Tätigkeiten, über die Administration bis hin zur Politikberatung. Hier bekommen Studenten und Schüler praxisnahe Hinweise zum Tätigkeitsfeld von Bevölkerungswissenschaftlern.
Abschließend möchten wir Sie auf die Inhalte des Workshops „Pflege und Lebensqualität im Alter“ aufmerksam machen, der vom 30. Januar 2008 bis zum 01. Februar 2008 vom Rostocker Zentrum veranstaltet wurde. Zusätzlich zum Programm finden Sie nun die Vorträge des Workshops - zu verschiedensten Themen wie zum Beispiel die zukünftige Entwicklung der Demenzerkrankten oder die heutige sowie zukünftige Situation der Pflegenden - auf zdwa.de eingestellt.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Entdecken.
Insa Cassens & Juliane Steinberg