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Newsletter Ein Angebot des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels 21. Dezember 2007 (Newsletter - Nr.3/2007) Sehr geehrte Damen und Herren, um eine verantwortungsvolle Diskussion in Öffentlichkeit und Politik zu unterstützen, stellte das Rostocker Zentrum auch im Jahr 2007 fortlaufend aktuelle Forschungsergebnisse über die Ursachen und Konsequenzen des Demografischen Wandels zur Verfügung. Den bevorstehenden Jahreswechsel möchten wir mit einem herzlichen Dank für Ihr großes Interesse verbinden, das Sie unserer Arbeit entgegengebracht haben. Und wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass sich ein Besuch unseres Informationsportals zdwa.de auch über die Weihnachtstage lohnt: Neue Artikel geben interessante Einblicke in die Lebensplanung und das Familiengründungsverhalten von Menschen in Deutschland.
So untersucht die Studie der Wissenschaftlerin Nadja Milewski Familiengründungen von Frauen mit Migrationshintergrund, die ihre Wurzeln in der Türkei, im ehemaligen Jugoslawien, sowie in Griechenland, Italien und Spanien haben. Die Wahrscheinlichkeit, ein erstes Kind zu bekommen, ist bei Frauen der ersten Migrantengeneration wesentlich stärker ausgeprägt als bei westdeutschen Frauen. Doch bereits in der zweiten Generation scheint sich das Verhalten von Zuwanderern an das in Westdeutschland vorherrschende Muster der Familiengründung anzupassen.
Trotz schlechterer beruflicher Perspektiven bleiben in Ostdeutschland weniger Paare kinderlos und die Geburt eines ersten Kindes fällt in frühere Lebensalter als in Westdeutschland. In qualitativen Interviews mit jungen Menschen in Rostock und Lübeck kommen Rostocker Wissenschaftler spannenden Verhaltensunterschieden auf die Spur: Junge Menschen im Osten versuchen vorwiegend, von Beginn an zwischen Beruf und Familie eine Balance zu schaffen. Westdeutsche zeigen hingegen die Tendenz, die Entscheidung zur Familiengründung von beruflicher Stabilität und finanzieller Sicherheit abhängig zu machen und ihr unterzuordnen.
Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit auch auf das neu eingestellte Porträt eines weiteren „Rostocker Experten“ lenken: In seinem Beitrag beschäftigt sich der Wirtschaftswissenschaftler Carsten Ochsen mit der Frage, wie sich die Arbeitslosigkeit in Zeiten alternder Erwerbsbevölkerungen entwickelt. Die Unterschiede zwischen einzelnen Industriestaaten können dabei bedeutend sein. Wächst der Anteil älterer Arbeitsloser, ist beispielsweise in Frankreich und Portugal mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit zu rechnen, weil sowohl weniger Stellen geschaffen werden als auch der Vermittlungserfolg abnimmt. In Finnland, Schweden und Spanien ist hingegen eindeutig eine positive Beschäftigungsentwicklung zu erwarten.
Zu guter Letzt möchten wir den Blick bereits ins kommende Jahr richten und Sie auf eine Veranstaltung des Rostocker Zentrums hinweisen, die am 30. Januar bis 1. Februar 2008 stattfindet. Im Rahmen des Workshops "Pflege und Lebensqualität im Alter" sollen neueste Forschungsergebnisse zu Pflegebedarf und Lebensqualität Pflegender und Pflegebedürftiger dargestellt sowie ihre politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen diskutiert werden.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2008, Kristín von Kistowski & Insa Cassens
Beiträge zum Thema „Familiengründung und Lebensplanung“ auf zdwa.de: Neu: Das erste Kind von Migrantinnen der ersten und zweiten Generation in Westdeutschland
Von Beginn der 1950er bis in die frühen 1970er Jahre hat Westdeutschland Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben, um den Arbeitskräftemangel in verschiedenen Industriezweigen vorübergehend auszugleichen. Die Mehrzahl dieser Arbeiter blieb und ließ Familienangehörige und Partner folgen, so dass nunmehr eine zweite und dritte Migrantengeneration in Deutschland aufgewachsen ist. Eine Studie des MPIDF zeigt, dass sich die Familiengründung von Immigrantinnen deutlich von jener westdeutscher Frauen unterscheidet. Jedoch sind bei Frauen der zweiten Migrantengeneration erste Tendenzen zu einem ähnlichen Verhaltensmuster wie bei Westdeutschen zu beobachten. >> mehr
Neu: Berufliche Unsicherheit und Familienplanung: Zukunftsmodell Ost?
Ungewisse berufliche Perspektiven behindern die Familiengründung im Westen offenbar stärker als im Osten. Der schwierigen Arbeitsmarktlage zum Trotz bleiben junge Ostdeutsche seltener kinderlos und sind bei Geburt ihres ersten Kindes immer noch etwas jünger als ihre westdeutschen Altersgenossen. In qualitativen Interviews mit jungen Menschen in Rostock und Lübeck kamen Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung um Prof. Laura Bernardi signifikant unterschiedlichen Strategien zur Risikobewältigung in Ost und West auf die Spur. >> mehr
Neuer Expertenbeitrag auf zdwa.de:
Steigt oder sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Zeiten des Demografischen Wandels? Die Erwerbsbevölkerung vieler Industrienationen wird immer älter. Dadurch sinkt auch das Zahlenverhältnis von Jungen und Alten in der Gruppe der Arbeitslosen, also bei denjenigen, die eine neue Beschäftigung suchen. Von Land zu Land unterschiedlich ist jedoch, wie sich die demografische Entwicklung auf die Höhe der Arbeitslosigkeit auswirkt. >> mehr
Workshop des Rostocker Zentrums im Januar/Februar 2008:
Lebensqualität und Pflege im Alter 30. Januar - 1. Februar 2008 in Rostock. >> mehr -------------------------------------------------------------------- Unser Angebot an neuen Artikeln und Inhalten wird fortlaufend aktualisiert. Besuchen Sie schon bald wieder das Informationsportal zum Demografischen Wandel in Deutschland und Europa - www.zdwa.de
Ihr ZDWA-Team am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels
Rostock, im Dezember 2007 -------------------------------------------- |
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