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Newsletter Ein Angebot des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels 17. Juli 2007 (Newsletter-Nr.2/2007) Sehr geehrte Damen und Herren, der Demografische Wandel stellt den deutschen Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen, denn auch die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird in den kommenden Jahren erst altern und dann schrumpfen. So könnten die Zeiten, in denen ausscheidene ältere Arbeitnehmer nahezu mühelos mit qualifiziertem jungem Nachwuchs ersetzt werden konnten, schon bald vorbei sein. Mehr und mehr dringt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit, dass sich Deutschland eine niedrige Erwerbsquote von Älteren nicht mehr leisten kann, sondern auf das Potenzial dieser Altersgruppe verstärkt angewiesen sein wird. Vor der Sommerpause möchten wir Ihre Aufmerksamkeit daher auf aktuelle Beiträge in unserem Informationsportal zdwa.de zum Thema „Alternde Erwerbsbevölkerung“ lenken:
So lässt die Studie der Rostocker Wissenschaftlerin Katharina Frosch darauf schließen, dass – trotz eines sich abzeichnenden Umdenkens in der Beschäftigungspolitik - die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer immer noch besonders kritisch ist. Ihre Untersuchungen über die Wiederbeschäftigungsquoten verschiedener Altersgruppen zeigen, wie schwierig es insbesondere für über 55- Jährige ist, nach einem Arbeitsplatzverlust den Weg zurück ins aktive Erwerbsleben zu finden.
Entwicklungen auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt widersprechen der Annahme, dass die Beschäftigungsquoten älterer Menschen ausschließlich durch die vermehrte Bereitstellung von Möglichkeiten zur Teilzeitbeschäftigung gesteigert werden können. Im Vergleich zu Deutschland nehmen die 60- bis 74- Jährigen in den USA wesentlich stärker am Erwerbsleben teil, immer häufiger auch in Vollzeitbeschäftigung. Die Ursachen und Folgen dieser vermehrten Beteiligung Älterer am Arbeitsmarkt erklärt ein Artikel, der von unserem Kooperationspartner Population Reference Bureau aus Washington, USA stammt.
Wegen der Erwerbszentriertheit des deutschen Rentensystems wirken sich Veränderungen bei der Erwerbsbeteiligung auch direkt auf die Höhe der Alterversorgung der entsprechenden Personen aus. So verfügen Frauen in Deutschland durchschnittlich über eine wesentlich geringere eigenständige Alterssicherung als Männer, unter anderem weil sie häufiger ihre Erwerbstätigkeit wegen der Geburt oder der Erziehung von Kindern unterbrechen, in Teilzeit arbeiten und geringfügigen Beschäftigungen nachgehen. Eine internationale Vergleichsstudie von Anika Rasner aus Rostock befasst sich mit möglichen Ansätzen, die geschlechtsspezifische Rentenlücke in Deutschland zu schließen, und unterstreicht die Notwendigkeit, das Problem dort zu lösen, wo es entsteht: am Arbeitsmarkt.
In einem aktuellen Debattenbeitrag auf zdwa.de nehmen Diskutanten aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft zur Frage Stellung, inwiefern flexible Arbeitsmarktstrukturen und unsichere Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland mitverantwortlich sind für Änderungen im Geburten- und Familienverhalten. Auch Maßnahmen und Lösungsansätze für eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden diskutiert. Der Beitrag fasst eine nicht-öffentliche Gesprächsrunde zusammen, die im Rahmen eines EU-Projektes zum Thema der wechselseitigen Beziehungen zwischen Berufs- und Familienleben vom Rostocker Zentrum organisiert wurde.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre, Kristín von Kistowski & Insa Cassens
Artikel zum Thema „Demografischer Wandel und Arbeitsmarkt“ auf zdwa.de: Neu: Arbeitsplatzverlust in der Generation 50+: Gibt es Chancen auf Wiedereinstellung oder bleibt nur die Flucht in die Frühverrentung? Während in vielen europäischen Ländern die Arbeitslosenrate mit zunehmendem Alter sinkt, sind in Deutschland die 55- bis 64-Jährigen häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als jüngere Arbeitnehmer. Dies lässt sich unter anderem mit schlechteren Wiedereinstellungschancen älterer Arbeitnehmer erklären, wie eine aktuelle Untersuchung des Rostocker Zentrums über den Zusammenhang zwischen dem Alter und einer erfolgreichen Reintegration nach Verlust des Arbeitsplatzes zeigt. mehr >>Neu: Zunahme der Vollzeitbeschäftigten unter US-Senioren Angesichts demografischer Entwicklungen entwickelt sich die Teilhabe Älterer am Arbeitsmarkt auch in Deutschland zu einer wichtigen Größe, doch scheinen Vorbehalte gegenüber älteren Beschäftigten nach wie vor ausgeprägt. Ein Blick in die USA lohnt: Dort ist inzwischen jeder fünfte der über 70-jährigen Männer erwerbstätig, die Hälfte davon sogar in Vollzeit. mehr >>Neu: Mind the Gap! Wege aus der Rentenlücke - Stärkere Ewerbsbeteiligung von Frauen als Schlüssel zur höheren Alterssicherung Frauen verfügen in Deutschland über eine wesentlich geringere eigenständige Alterssicherung als Männer. Wie könnte die klaffende Rentenlücke zwischen Frauen und Männern in der Gesetzlichen Rentenversicherung verringert werden? Eine Analyse des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung zeigt, dass Reformalternativen aus Schweden und der Schweiz die Rentenlücke nicht schmälern können. Das Problem der niedrigen Renten von Frauen sollte vielmehr dort gelöst werden, wo es entsteht – am deutschen Arbeitsmarkt. mehr >>
Debattenbeitrag auf zdwa.de:
Neu: Wechselseitige Beziehungen zwischen Berufs- und Familienleben Im Rahmen der europäischen Forschungsstudie „Job instability and changes in family and household trends“ (von deutscher Seite koordiniert von Prof. Dr. Laura Bernardi, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für demografische Forschung und Juniorprofessorin an der Universität Rostock) soll, basierend auf einer in vier europäischen Großstädten (Hamburg, Ljubljana, Rom und Warschau) durchgeführten Erhebung, festgestellt werden, ob und in welchem Ausmaß Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, der Gleichberechtigung der Geschlechter bei Hausarbeit und Kinderbetreuung, sowie familienpolitischen Programmen auf der einen und Entscheidungen für oder gegen die Gründung einer Familie auf der anderen Seite bestehen. Neben einer Stichprobenerhebung beinhaltet das Projekt auch jeweils eine Gesprächsrunde in den teilnehmenden Städten zum Thema der beruflichen und familiären Lebenswege junger Erwachsener. Die Ergebnisse der in Hamburg stattgefundenen Gesprächsrunde sind hier zusammengefasst. mehr >>-------------------------------------------------------------------- Unser Angebot an neuen Artikeln und Inhalten wird fortlaufend aktualisiert. Besuchen Sie schon bald wieder das Informationsportal zum Demografischen Wandel in Deutschland und Europa - www.zdwa.de
Ihr ZDWA-Team am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels
Rostock, im Juli 2007 -------------------------------------------- |
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