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Newsletter Ein Angebot des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels 08. März 2007 (Newsletter-Nr.1/2007) Sehr geehrte Damen und Herren, dass die Bevölkerung Deutschlands in Zukunft weiter altern wird, ist gewiss. Doch was bedeutet dies für die Gesellschaft von morgen? Und wie können sich Politik und Wirtschaft an die demografischen Entwicklungen anpassen? Auch zu Beginn des Jahres 2007 will das Rostocker Zentrum die sachliche Diskussion über die Konsequenzen des Demografischen Wandels weiter unterstützen und stellt aktuelle Forschungsergebnisse zur Bewertung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Handlungsoptionen im Informationsportal zdwa.de zur Verfügung.
So beschäftigt sich ein Artikel mit der Entwicklung des Pflegebedarfs in Deutschland bis zum Jahr 2030. Nach den Prognosen wird sich die Anzahl der Pflegebedürftigen deutlich erhöhen; selbst wenn die durch die steigende Lebenserwartung gewonnenen Lebensjahre in Gesundheit verbracht werden. Allerdings steigt auch das Potenzial für häusliche Pflege: Ein höherer Anteil der pflegebedürftigen Männer und Frauen werden im Vergleich zum Jahr 2000 einen Partner und mindestens ein Kind haben, und unterliegen damit einem geringeren Risiko, institutionelle Pflege in Anspruch zu nehmen. Familien stärker bei der Pflege zu unterstützen, könnte daher eine wichtige Herausforderung der nahen Zukunft sein.
Auch die Frage nach der Finanzierbarkeit der Alterssicherungssysteme angesichts eines immer weiter steigenden Anteils älterer Menschen steht im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. In Deutschland, wie in vielen anderen europäischen Staaten, haben Rentenreformen unter anderem zum Ziel, das Renteneintrittsalter zu erhöhen und damit die Rentenkassen zu entlasten. Doch nicht alle Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit haben die erwünschte Wirkung, wie eine auf zdwa.de beschriebene Studie aus Finnland erklärt.
Die Debatte um die wirtschaftlichen Konsequenzen demografischer Entwicklungen bereichert die Leiterin der Forschungsgruppe „Alterung des Arbeitskräftepotenzials“ am Rostocker Zentrum, Prof. Thusnelda Tivig, in ihrem neu eingestellten Expertenporträt um weitere Fakten und Hintergründe. So erklärt ihr Beitrag, wie sich die demografische Alterung auf das Angebot an Arbeitskräften und die Alterstruktur der Bevölkerung im Erwerbsalter auswirkt, aber auch, welche Rolle Berufs- und Bildungsanreize, gesetzliche Regelungen und gängige Leistungsvorstellungen in der Gesellschaft dabei spielen.
Zu guter Letzt möchten wir Sie auf eine Veranstaltung des Rostocker Zentrums hinweisen, die am 20. und 21. April 2007 stattfindet. Im Rahmen des Workshops "Veränderte Lebens- und Familienformen im Zusammenhang starker familiärer Bindungen. Südeuropa und Süd-Ost-Asien: Trends, Ursachen und Konsequenzen" steht der Vergleich zweier Regionen im Vordergrund, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine sehr ähnliche demografische Entwicklung erlebt haben: Auftreten niedriger Fertilität bei gleichzeitigem Erhalt traditioneller Familienformen (zum Beispiel der langsame Anstieg nichtehelichen Zusammenlebens und nichtehelicher Elternschaft).
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre,
Kristín von Kistowski & Insa Cassens
Artikel zum Thema „Pflegebedarf“ auf zdwa.de: Neu: Pflegende Familienangehörige brauchen mehr Unterstützung - Bedarfsprognosen zeigen einen Anstieg häuslichen Pflegepotentials in Deutschland bis 2030 Die zunehmende Lebenserwartung der Menschen in den westlichen Industriestaaten stellt neue Herausforderungen an das derzeitige Pflegesystem. Das EU-Projekt FELICIE (Future Elderly LIving Conditions in Europe) berechnet Prognosen über die Zusammensetzung der zukünftigen pflegebedürftigen Bevölkerungsgruppen und diskutiert mögliche sozialpolitische Konsequenzen und Handlungsoptionen. mehr >> Steigende Lebenserwartung geht mit besserer Gesundheit einher - Risiko der Pflegebedürftigkeit in Deutschland sinkt Die deutsche Bevölkerung altert. Wird mit zunehmendem Anteil der Alten an der Gesamtbevölkerung ein immer größerer Prozentsatz Pflege bedürfen? Eine neue Studie des Max-Planck-Institutes für demografische Forschung zeigt, dass in Deutschland das Risiko, im Alter pflegebedürftig zu werden, von 1991 bis 2003 zurückgegangen ist. Damit geht der Anstieg der Lebenserwartung generell mit einer besseren Gesundheit einher. mehr >> Chinas „Sorgenkind“: Gesundheitsversorgung in Zeiten rasanter Bevölkerungsalterung Nicht nur Industrieländer, auch Entwicklungs- und Schwellenländer altern. In vielen Fällen unterliegen diese Bevölkerungen sogar einem schnelleren demografischen Wandel als beispielsweise in Deutschland zu beobachten ist. Zudem hat der Alterungsprozess eingesetzt, bevor sich die Wirtschaft voll entfalten konnte. Zu welchen Herausforderungen dies in einem Schwellenland wie China führt, zeigt der folgende Artikel. mehr >>
Weitere neueingestellte Artikel auf zdwa.de: Teilzeit-Rente zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit – Doppelte Dividende oder Trugschluss? In vielen Industriestaaten stellt sich die Frage, wie sich die Finanzierbarkeit der sozialen Sicherungssysteme trotz eines immer höheren Anteils älterer Menschen langfristig gewährleisten lässt. So wird unter anderem der Ruf nach einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit lauter. Auch in Finnland verfolgt eine Anfang 2005 in Kraft getretene Rentenreform das Ziel, das Renteneintrittsalter weiter anzuheben. Das gewählte Teilzeit-Rentenmodell scheint diese Erwartung aber nicht zu erfüllen, wie eine neue Studie zeigt. mehr >>
Debatten und Meinungen Rostocker Experten:
Deutschlands Erwerbs- oder Arbeitskräftepotenzial In der Diskussion um die Folgen des Demografischen Wandels wird häufig die Befürchtung geäußert, Arbeitskräfte könnten in Deutschland knapp werden. Der folgende Beitrag erläutert, wer zum Arbeitskräftepotenzial eines Landes zählt, und erklärt, warum verschiedene Sichtweisen auf das Problem des Arbeitskräftemangels als Folge demografischer Entwicklungen möglich ist. mehr >>
Workshops des Rostocker Zentrums im März/April 2007: Workshop: "Veränderte Lebens- und Familienformen im Zusammenhang starker familiärer Bindungen. Südeuropa und Süd-Ost-Asien: Trends, Ursachen und Konsequenzen" 20. - 21. April 2007 in Rostock. -------------------------------------------------------------------- Unser Angebot an neuen Artikeln und Inhalten wird fortlaufend aktualisiert. Besuchen Sie schon bald wieder das Informationsportal zum Demografischen Wandel in Deutschland und Europa - www.zdwa.de
Ihr ZDWA-Team am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels
Rostock, im März 2007 -------------------------------------------- |
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