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Newsletter Ein Angebot des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels 24. Februar 2006 (Newsletter-Nr.1/2006) Sehr geehrte Damen und Herren, seit unserem Start im November 2005 hat das Informationsportal "Zentrum für Demografischen Wandel" zdwa.de des Rostocker Zentrums neue Forschungsergebnisse, Debatten und Aktivitäten aufgenommen, über die wir Sie in diesem Newsletter informieren möchten.
Die Diskussion um neue Maßnahmen in der Familienpolitik ist in den vergangenen Monaten intensiv geführt worden. Häufig richtet sich dabei der Blick nach Schweden, dessen Familienpolitik für viele als Musterbeispiel dient. Mit einem Debattenbeitrag meldet sich Jan Hoem, Vorsitzender des Zentrumsrats des Rostocker Zentrums und Direktor am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDF), zu Wort und reflektiert über die Frage: "Warum bekommen die Schweden mehr Kinder als die Deutschen?" Eine Reihe zusätzlicher Artikel zeigt Forschungsergebnisse zur Geburtenentwicklung und Familiendynamik in Deutschland auf.
Michael Kuhn, Juniorprofessor und Mitglied des Wissenscaftlichen Ausschusses am Rostocker Zentrum widmet sich in seinem Debattenbeitrag einem ebenfalls aktuellen Thema, nämlich der Produktivität älterer Arbeitnehmer. Kuhn setzt sich kritisch mit dem weit verbreiteten Vorurteil auseinander, die Produktivität nehme grundsätzlich mit dem Alter ab.
Rostocker Debatten finden nicht nur im Internet statt, sondern werden auch lebendig vor Ort geführt. Am 21. Februar veranstaltete das Rostocker Zentrum gemeinsam mit dem MPIDF eine Debatte, in der vier international renommierte Wissenschaftler mit der Öffentlichkeit die Frage diskutierten, ob eine forcierte Gleichstellungspolitik ein Mittel zur Erhöhung der Geburtenrate sein kann. Näheres finden Sie ... (siehe Pressemitteilungen).
Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre,
Kristín von Kistowski NEU im Februar 2006
1. Debatten und Meinungen Rostocker Experten Jan Hoem - Direktor des Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung / Leiter der Abteilung Fertilität und Familiendynamik: Warum bekommen die Schweden mehr Kinder als die Deutschen? Gemessen an gegenwärtigen europäischen Standards hat Schweden in den vergangenen Jahrzehnten eine vergleichsweise hohe Fertilität vorzuweisen. Während der 1980er und 1990er Jahre schwankte die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR) deutlich, hielt sich aber auf einem Niveau etwas unterhalb von 1,8. Dies liegt etwas unterhalb des Geburtenniveaus in Frankreich aber deutlich oberhalb des Niveaus in Westdeutschland. 2004 erreicht die zusammengefasste Geburtenziffer einen Wert von 1,76 – Tendenz steigend. Betrachtet man hingegen die endgültige Zahl der Kinder pro Frau nach Geburtsjahrgängen (Kohortenfertilität), so zeigen sich über den gleichen Zeitraum recht konstante Werte um 2 Kinder pro Frau. In Frankreich lag die Kohortenfertilität bei 2,1, in Westdeutschland dagegen deutlich niedriger, und sie hat dort kontinuierlich bis auf 1,6 Kinder pro Frau abgenommen. Was steckt hinter diesen unterschiedlichen Entwicklungen, und wie erklären sich die für das schwedische Bild typischen Schwankungen der Geburtenziffer? mehr >> Michael Kuhn - Experte für die Organisation wirtschaftlicher Aktivität in alternden Gesellschaften: Über das Auf und Ab der Produktivität im Lebenslauf: Nicht alles ist dem Alter zuzuschreiben Mit der Frage, ob ältere, zunehmend unproduktivere Arbeitnehmer Abstriche beim Gehalt hinnehmen müssen, verweisen die Beiträge von Vegard Skirbekk auf ein hochbrisantes Thema, das jüngst auch in die politische Diskussion eingegangen ist. Doch lassen sich aus der Feststellung, dass Produktivität mit dem Alter abnimmt, überhaupt sinnvolle Handlungsempfehlungen ableiten, um die Potenziale alternder Belegschaften effektiv zu nutzen? Das Alter ist nur ein unvollkommenes Maß individueller Produktivität. Damit aber rücken ganz andere Probleme in den Vordergrund, die mit der unzureichenden Beobachtbarkeit von Produktivität und der Motivation zu tun haben. mehr >>
2. Rostocker Forschungsergebnisse zum Demografischen Wandel
Ostdeutsche Mütter sind jünger als westdeutsche Ostdeutsche Frauen bekommen ihr erstes Kind immer noch früher als ihre westdeutschen Geschlechtsgenossinnen. Das zeigt eine Studie, in der Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung Daten von Müttern unterschiedlicher Geburtenjahrgänge miteinander verglichen. Das Ergebnis ist überraschend, denn nach populären Vorstellungen entscheiden sich Frauen in Ostdeutschland seit der Wende seltener und später für ein Kind als in den alten Bundesländern. mehr >> Kein "Hotel Mama" in Deutschland Das Alter beim Auszug aus dem Elternhaus ist im vergangenen Jahrhundert deutlich gesunken. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern bleibt es in Deutschland nach wie vor niedrig, so die Schlussfolgerung von Dirk Konietzka vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung und Johannes Huinink vom Institut für empirische und angewandte Soziologie der Universität Bremen. Die beiden Wissenschaftler verglichen im Rahmen einer Studie die Daten von Männern und Frauen verschiedener Geburtenjahrgänge. mehr >> tradierte Strukturen hemmen innovative Kinderbetreuungspolitik Kinderbetreuungspolitik und deren Finanzierung sind bei den Kommunen angesiedelt. Diese sind jedoch nicht frei in der Entscheidung, nach welchen Kriterien und an wen sie ihre Gelder vergeben, sondern müssen sich dabei weitgehend an gegebenen, inflexiblen Strukturen orientieren. Dadurch wird eine innovative Kinderbetreuungspolitik erschwert, kritisieren Michaela Kreyenfeld vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung sowie C. Katharina Spieß und Gert G. Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. mehr >> Familienpolitik: Was machen die Schweden anders Schweden hat sich den Ruf eines familienpolitischen Vorzeigelandes erworben. Tatsächlich liegt die zusammengefasste Geburtenziffer in Schweden 2004 bei knapp 1,8 Kindern pro Frau. Das reicht zwar nicht an die Schwelle der Generationenerneuerung heran, die bei 2,1 liegt, aber der Wert ist im europäischen Vergleich hoch. Inwieweit ist die vergleichsweise hohe Geburtenrate ein Resultat der schwedischen Familienpolitik? mehr >> Bessere Ausbildung verzögert die Familiengründung Seit der Wende verschieben besser ausgebildete Frauen die Geburt ihres ersten Kindes in Ostdeutschland auf einen späteren Zeitpunkt. Diese Schlussfolgerung ziehen Johannes Huinink vom Institut für empirische und angewandte Soziologie an der Universität Bremen und Michaela Kreyenfeld vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung aus einer Studie, in der die Forscher den Einfluss der beruflichen Situation von ostdeutschen Frauen des Geburtenjahrgangs 1971 und ihrer Partner auf die Familiengründung analysierten. mehr >> Kultur versus Natur: Überwinden kulturelle Einflüsse biologische Überlebensmuster? Seit Mitte der 1970er Jahre ist der steile Anstieg der Lebenserwartung insbesondere auf die rückläufige Sterblichkeit im hohen Alter zurückzuführen. Alte Menschen scheinen besonders stark von lebensverlängernden kulturellen Faktoren wie medizinischer Versorgung, Einkommen oder Bildung zu profitieren. Dies steht im Widerspruch zu klassischen evolutionsbiologischen Erklärungsansätzen. Heiner Maier und James W. Vaupel interpretieren wichtige Forschungsergebnisse. mehr >> -------------------------------------------------------------------- Unser Angebot an neuen Artikeln und Inhalten wird fortlaufend aktualisiert. Besuchen Sie schon bald wieder das Informationsportal zum Demografischen Wandel in Deutschland und Europa - www.zdwa.de
Ihr ZDWA-Team am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels
Rostock, im Februar 2006 -------------------------------------------- |
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