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Forschungsgruppenleiter der Max-Planck-Forschungsgruppe ‚Lifecourse Dynamics and Demographic Change’ am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (seit 2010)
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Forschungsschwerpunkte
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Forschungsexzerpt aus Veröffentlichungen des Autors
Die Industriestaaten zeichneten sich in den vergangenen Jahrzehnten durch niedrige Geburtenraten aus, während in den Regionen von Schwellen- und Entwicklungsländern vergleichsweise viele Kinder zur Welt kamen. Diese Beobachtung führte in der Wissenschaft zu der Theorie, dass ein hohes Entwicklungsniveau in einem Land grundsätzlich mit einer niedrigen Fertilität einhergeht. In einer Untersuchung von Niedrigfertilitätsländern haben Mikko Myrskylä und Kollegen nun entdeckt, dass dieser Zusammenhang nach Beginn des 21. Jahrhundert nicht mehr haltbar ist: In sehr hohen Entwicklungsstufen (gemessen am Human Development Index) nimmt die Fertilität mit steigendem Entwicklungsniveau einer Bevölkerung wieder zu. Diese Ergebnisse machen deutlich, dass erhebliche Abweichungen zwischen Bevölkerungsprognosen und der tatsächlich eintretenden Bevölkerungsentwicklung möglich sind, da in Prognosen stets konstant niedrige Fertilitätsraten angenommen wurden. Zudem sollten Familienpolitiker bei der Wahl ihrer strategischen Instrumente gegen die gesellschaftliche Überalterung das Niveau der sozialen und ökonomischen Entwicklung des Landes nicht außer Acht lassen.
Quelle: Myrskylä, Mikko, Kohler, Hans-Peter, Billari, Francesco C. (2009): Advances in development reverse fertility declines, Nature, 460:7256: 741-743. |
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