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Leiter des Arbeitsbereichs Historische Geographie und Demographie im Institut für Medienforschung (seit 2011)
Außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock (seit 2009)
Forschungsgebiete
Forschungsschwerpunkte
Stationen
Forschungsexzerpt aus Veröffentlichungen des Autors
Nachbarschaftsgeist und Solidarität zwischen Menschen am gleichen Wohnort hatten im 17. und 18. Jahrhundert in norddeutschen Städten eine Rolle inne, die nicht mit der heutigen Bedeutung der Nachbarschaft vergleichbar ist. Stefan Kroll (und Kollegen) untersuchte(n) eine Datensammlung mit soziogeo- und demografischen Informationen zu etwa 5.000 bürgerlichen Haushaltsvorständen in den zwei norddeutschen Städten Stade und Stralsund auf Charakteristika der Nachbarschaft und sozialen Vernetzung. Die Ergebnisse offenbaren: Nachbarschaft war eine sehr bedeutsame, auf Gegenseitigkeit angelegte soziale Beziehung, die vor allem dazu diente, Sozialkapital zu bilden. Dazu gehörte beispielsweise, dass Eltern für den Fall eines eigenen frühen Todes für ihre Kinder vorsorgten, indem Nachbarn zu Paten der Kinder wurden, sie auch als Zeugen bei Rechtsgeschäften fungierten oder man ihnen Vormundschaften übertrug. Dies geschah oft innerhalb der unmittelbaren Nachbarschaft, während Nachbarschaften im weiteren geografischen Sinne, beispielsweise über die Stadtmauer hinaus, eher räumlich und auch sozial getrennt voneinander lebten. Wie beständig diese nachbarschaftlichen Beziehungen waren, wurde stark durch individuelle soziale und ökonomische Voraussetzungen und auch das Alter mitgeprägt.
Quelle: |
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