Forschungsexzerpt aus Veröffentlichungen des Experten
Studien haben gezeigt, dass Kinder durch die Einführung und Ausweitung staatlicher Rentensysteme ceteris paribus an Wichtigkeit verloren haben: Die Geburtenraten sinken in dieser Situation. Ökonomen schließen daraus, dass das umlagefinanzierte Rentensystem nicht neutral auf Nachwuchsentscheidungen wirkt. Die Logik ist ganz einfach: Wenn ein Mensch mehr arbeitet, und sich somit weniger Freizeit und auch Zeit für Kinder nimmt, hat er ein höheres Einkommen, daran gemessen höhere Rentenbeiträge und folgerichtig höhere Rentenansprüche im Alter. Andererseits könnte in einem kinderabhängigen Rentensystem die Verzerrung der Geburtenzahlen aufgehoben werden, wenn nicht mit dem Einkommen, sondern mit der Zahl der Kinder die Rentenansprüche wachsen. So könnte jedoch eine Entscheidung für mehr Kinder dazu führen, dass weniger Arbeit angeboten wird, weil das Arbeitsangebot durch die kinderabhängige Rente verzerrt wird. Robert Fenge und Jakob von Weizsäcker haben sich in einem Artikel dieser Problematik angenommen. Sie haben in einem Modell gezeigt, wodurch eine optimale Mischung der beiden Systeme bestimmt wird, bei der Verzerrungen im Geburtenverhalten und auf dem Arbeitsmarkt minimiert werden. Gleichzeitig zeigen sie, unter welchen Voraussetzungen eines der beiden Systeme effizienter ist als das andere.
Quelle: Fenge, R., von Weizsäcker, J. (2010): Mixing Bismarck and child pensions: an optimal taxation approach, Journal of Population Economics 23: 805-823.