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Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
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Demografen in der Praxis |
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Demografen sind mathematisch und statistisch geschulte und auf Bevölkerungsentwicklungen spezialisierte Sozialwissenschaftler. Mit ihren Qualifikationen können sie in verschiedenen Tätigkeitsfeldern eingesetzt werden. Neben der Vorstellung der verschiedenen Tätigkeitsfelder berichten Absolventen eines Demografiestudiums von ihren Erfahrungen, die sie beim Eintritt in die Arbeitswelt gemacht haben, und geben nützliche Hinweise an alle Demografiestudenten. Zudem zeigt die Absolventenstudie des Instituts für Soziologie und Demografie für das Jahr 2009, wie sich der Eintritt der Graduierten ins Erwerbsleben gestaltet hat, und wie die ehemaligen Studenten ihr Studium im Nachhinein beurteilen.
Demografen in der Forschung
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Die demografische Forschung erforscht die Größe, Struktur und Dynamik von Bevölkerungen mit mathematischen und statistischen Methoden. Sie weist vielfältige Verknüpfungen zu anderen Disziplinen auf, die für die Analyse der Ursachen und Konsequenzen der Veränderungen von Bevölkerungen wichtig sind. Im Vordergrund stehen dabei die Sozialwissenschaften, die Wirtschaftswissenschaften und die Politikwissenschaft. Demografen forschen an Universitäten und unterschiedlichen nationalen und internationalen Behörden und Forschungsinstituten.
Margarete Kulik arbeitet seit 2006 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IGES Institut in Berlin und betreut Projekte von öffentlichen und privaten Auftraggebern, die hauptsächlich Fragestellungen zur Entwicklung des Gesundheitswesens untersuchen.
Nach ihrem VWL-Studium hat sie in den USA an der University of California at Berkeley ihren Master (MA) in Demografie gemacht und kam danach für drei Jahre über das Winter-Programm der International Max Planck Research School (IMPRSD) an das MPIDF. Den Einstieg in ihren jetzigen Job empfand Margarete als weniger schwierig, weist aber auch darauf hin, dass sie nicht nur nach einer rein demografiebezogenen Stelle gesucht hat.
Für Demografen mit fundiertem statistischem Hintergrund schätzt sie die Möglichkeiten, einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft - zum Beispiel bei privaten Instituten oder Versicherungen - zu finden, als positiv ein. Dort bearbeitet man aber weniger demografische Fragstellungen, sondern arbeitet interdisziplinär. Rein demografische Stellen sind in Deutschland ihrer Meinung nach noch recht dünn gesät, während in den USA große Unternehmen ausdrücklich ihre eigenen Demografen einstellen.
Stefanie Ziegler ist seit ihrem Studienabschluss am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) in Berlin beschäftigt. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin ist sie dort am Projekt der Erwachsenen – Kerndokumentation beteiligt. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Aufbereitung erfasster Daten, mit denen die Versorgung von Rheumapatienten und auch die Versorgungsleistung der behandelnden Ärzte gemessen werden kann.
Der wissenschaftliche Schwerpunkt ihrer jetzigen Tätigkeit liegt eher im Bereich der Epidemiologie, allerdings kann sie auch die erlernten Methoden aus der Demografie anwenden. Mit der Lektüre aktueller Artikel im Bereich der Demografie versucht Stefanie auf dem neuesten Stand der Forschung zu bleiben, auch wenn es ihre jetzige Tätigkeit erst einmal nicht erfordert.
Neben Praktika in verschiedenen Tätigkeitsfeldern kann Stefanie jetzigen Demografiestudenten vor allem die Aneignung mindestens einer Fremdsprache empfehlen, da dies in fast allen Bereichen vorausgesetzt wird.
Marleen Dettmann arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Robert Koch-Institut in Berlin und absolviert am Institut für Medizinische Soziologie der Charité Universitätsmedizin Berlin ihr Promotionsstudium.
In ihrer Tätigkeit beschäftigt sie sich überwiegend mit gesundheitswissenschaftlichen Fragestellungen, wobei sie ihren demografischen Hintergrund und ihr erlerntes Wissen gut in ihre Aufgaben integrieren kann. So untersucht sie unter anderem die sozialen und demografischen Faktoren, die die Ausbreitung von Infektionskrankheiten beeinflussen.
Marleen hat gezielt den Einstieg in die Wissenschaft gesucht und dabei festgestellt, dass dem Demografiestudiengang ein großes Interesse entgegen gebracht wird. Des Weiteren war sicherlich auch ihre zweijährige Beschäftigung als studentische Hilfskraft am Max-Planck-Institut für demografische Forschung von Vorteil, als sie sich nach ihrem Abschluss an verschiedenen Forschungseinrichtungen beworben hatte.
Angehenden Demografen kann sie daher nur raten, bereits während des Studiums praktische Erfahrungen zu sammeln und bereits frühzeitig einen Studienschwerpunkt zu setzen.
Demografen in der Administration und Verwaltung
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Demografen sind darin ausgebildet, demografische Daten zu analysieren und zu interpretieren. Demografen werden daher etwa in öffentlichen Verwaltungen oder nachgeschalteten Einrichtungen gebraucht, um ein Bild von den Entwicklungen zu zeigen, auf die staatlicherseits mit angepassten, praktikablen und finanzierbaren Maßnahmen oder Strukturen reagiert werden muss. Dies gilt insbesondere für das Gesundheitswesen, denn der wachsende Anteil älterer Bürger in der Gesellschaft hat erhebliche Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit und Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems. Die Beschreibung der demografischen Veränderungen ist wichtig, um das Gesundheitssystem den Bedingungen, Erfordernissen und Einschränkungen einer alternden Gesellschaft anzupassen.
Alexander Richter ist am Statistischen Landesamt Hessen in Wiesbaden beschäftigt. Dort arbeitet er an dem Ausbau des regionalen Standortes des Forschungsdatenzentrums der Statistischen Landesämter. Die Tätigkeit umfasst unter anderem auch die Aufbereitung und Bereitstellung von Einzeldaten aus Unternehmenssteuerstatistiken für die Wissenschaft sowie den aktiven Diskurs mit den Wissenschaftlern.
Des Weiteren beantwortet er Anfragen zu Daten aus den verschiedenen Statistikbereichen und erstellt Publikationen im Rahmen öffentlichkeitswirksamer Maßnahmen. In seinem jetzigen Tätigkeitsbereich bezeichnet sich Alexander selbst nicht als Demograf, sondern versteht sich eher als Statistiker.
Nach Beendigung seines Studiums zum Diplom-Demographen in Rostock fand Alexander am Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz seine erste Anstellung. Durch verschiedene Praktika während seines Studiums hatte er bereits früh Einblicke über die verschiedenen Strukturen der öffentlichen Verwaltung gewinnen können. Aus dieser Erfahrung heraus kann er angehenden Demografen nur empfehlen, sich bereits in einem frühen Stadium der Ausbildung zu überlegen, welche Möglichkeiten bestehen und sie durch praktische Erfahrungen zu selektieren. Ebenso sollten Absolventen die Bereitschaft mitbringen, für den Berufseinstieg flexibel zu sein.
Nadine Zielonke arbeitet seit Dezember 2007 als Projektleiterin des Österreichischen Krebsregisters an der Statistik Austria. Zuvor war sie zweieinhalb Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich Mortalität am Vienna Institute of Demography (VID) tätig. Das zu dieser Zeit begonnene Doktorstudium zum Thema: "Die Geschlechterunterschiede in der Lebenserwartung in Europa seit 1950" an der Universität Wien führt sie nun in ihrer Freizeit weiter fort.
Ihre Tätigkeiten am VID waren typisch für die einer jungen Wissenschaftlerin. Sie entwickelte Ideen für neue Projekte und Forschungsfragen, analysierte Daten, schrieb wissenschaftliche Artikel und hielt Vorträge auf nationalen und internationalen Konferenzen. Dennoch hat sie sich für eine berufliche Karriere außerhalb der Wissenschaft entschieden, nicht zuletzt aufgrund der typisch unsicheren Berufs- und Vertragsaussichten. In ihrem jetzigen Tätigkeitsfeld trägt sie weitaus mehr Verantwortung und hat „von der Basis aus“ weiterhin Anteil an der Mortalitäts- und Todesursachenforschung. Seit 2007 ist Nadine Sprecherin des neu gegründeten Arbeitskreises „Junge DemographInnen“ der Deutschen Gesellschaft für Demographie, dessen Ziel die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist.
Nadine gehört zur ersten Absolventenkohorte des Studienganges Diplom Demographie an der Universität Rostock. Sie fand es sehr schwierig den beruflichen Einstieg zu finden, da viele Arbeitgeber nicht direkt etwas mit dem Inhalt ihres Studiums anzufangen wussten. Es vergingen zwei Jahre, in denen sie hauptsächlich Praktika absolvierte, bevor sie die Anstellung in Wien fand.
Für angehende Demografen sieht sie heute recht gute Chancen, einen einfacheren Einstieg in das Berufsleben zu finden, da das Thema Demografie in den letzten Jahren einen höheren Stellenwert bekommen hat und auch im öffentlichen Diskurs vermehrt zu finden ist. Dennoch hält sie es für unabdingbar, während des Studiums erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Falls man sich für eine wissenschaftliche Laufbahn interessiert, sollte man sich bemühen, frühzeitig Kontakte zu Forschungseinrichtungen zu knüpfen.
Demografen in der Wirtschaft
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Für die Wirtschaft können demografische Prozesse, gerade in Zeiten eines starken Wandels der Bevölkerungsstruktur, von essentieller Bedeutung sein. Ein prominentes Beispiel dafür bieten die Versicherungswirtschaft oder Banken, die Modelle zur Altersvorsorge anbieten. Demografen werden beschäftigt, um die relevanten Analysen und Prognosen zu erstellen.
Sebastian Petermann hat 2004 sein Studium zum Diplom-Demographen an der Universität Rostock erfolgreich abgeschlossen. Seit 2005 arbeitet er an einem Geschäftsmodell (DEMOPLAN), dessen Idee es ist, Bevölkerungsprognosen für Unternehmen, Kommunen und öffentliche Einrichtungen zu erstellen, aber auch begleitend bei der Erschließung nachhaltiger Strategien mitzuwirken.
Derzeit ist Sebastian allerdings nur nebenberuflich mit der Planung beschäftigt und geht hauptberuflich einer anderen, nicht demografischen Tätigkeit nach. Den Einstieg in die Berufswelt empfand Sebastian als äußerst schwierig, da seiner Meinung nach der Abschluss des Diplom-Demographen zu unbekannt ist und Absolventen klassischer Studiengänge bei Personalentscheidungen bevorzugt werden. Daher begrüßt er auch die Modifizierung des Studienganges an der Universität Rostock, der den Studierenden am Anfang Grundlagen in den drei Disziplinen Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Demografie vermittelt. Dadurch sind die Absolventen für eine Vielzahl von Berufsfeldern ausgebildet.
Zukünftigen Studierenden der Demografie kann er vor allem die Absolvierung von Praktika während des Studiums empfehlen und appelliert auch an die Lehrstühle der Universität, Kontakte zu Institutionen, Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen zu knüpfen, um den Studenten später den beruflichen Einstieg zu erleichtern.
Demografen in der Politik bzw. der Beratung von politischen Entscheidungsträgern
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Die Politik muss auf die vielfältigen und weitreichenden Konsequenzen des Demografischen Wandels reagieren und mit ihren Mitteln dazu beitragen, die Gesellschaft auf ihr Altern vorzubereiten. Sie muss verantwortungsvolle, finanzierbare und gerechte Lösungen finden. Dafür ist ein vertieftes Verständnis der Bevölkerungsentwicklung notwenig. Demografen entwerfen in diesem Zusammenhang ein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fundiertes Bild von den Veränderungen, um auf dieser Grundlage Strategien zu formulieren und Entscheidungen vorzubereiten.
Demografen in internationalen und nationalen Nicht-Regierungs-Organisationen
- Zunehmend beschäftigen sich Nicht-Regierungs-Organisationen mit Fragen zur Bevölkerungsentwicklung im Allgemeinen und zum Altern der Bevölkerungen im Speziellen.
db
Absolventenstudie
Wie Graduierte des Instituts für Soziologie und Demografie aus dem Jahr 2009 den Eintritt ins Erwerbsleben geschafft haben, und wie sie ihr Studium im Nachheinein beurteilen, wurde in einer Absolventenstudie unter Federführung von Prof. Heike Trappe durchgeführt und aufbereitet.
zur Absolventenstudie (pdf, lange Version)
zum Flyer (pdf, kurze Version)
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Geburtenmonitor
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Die TFR für Gesamtdeutschland im Oktober 2010: 1,37
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Weitere saisonale Daten und Ergebnisse des Geburtenmonitors zu Fertilitätstrends finden Sie
hier
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