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Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
 

Arbeitsmarkt

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Arbeitsmarktpolitik und Demografischer Wandel

Vorrangiges Ziel von Arbeitsmarktpolitik ist ein hoher Beschäftigungsstand und, vielfach damit verknüpft, die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Darüber hinaus zielt sie häufig auf die Gewährleistung von Chancengleichheit ab, denn auf dem Arbeitsmarkt besitzen verschiedene Gruppen unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten oder werden in Bezug auf ihre Lohnhöhe diskriminiert. Einzelne Bereiche der Arbeitsmarktpolitik versuchen deswegen Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht, Qualifikation, Behinderung oder auch des Alters auszugleichen.


 

Beschäftigung und Bevölkerungsdynamik


Wie kann das Ziel einer hohen Beschäftigung bei rasch wachsender oder aber sinkender Bevölkerungsgröße erreicht werden? Die Arbeitsmarktpolitik in vielen Entwicklungsländern mit hohen Geburtenraten steht hier vor der Herausforderung, die zahlenmäßig großen jungen Generationen im Arbeitsmarkt unterzubringen. Dagegen wird das Thema der Zukunft in den meisten Industrieländern der Rückgang der Beschäftigtenzahlen sein, der durch geringe Geburtenzahlen und eine zunehmende Alterung der potentiellen Arbeitnehmer verursacht wird. Falls die institutionellen Rahmenbedingungen sich nicht verändern, ist beispielsweise in Deutschland davon auszugehen, dass die Zahl der Beschäftigten von heute 37 Mio. auf weit unter 30 Mio. im Jahre 2050 sinken wird. In der Arbeitsmarktpolitik werden deshalb unterschiedliche Strategien diskutiert, die helfen sollen, diesem Rückgang entgegenzuwirken: Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, der frühere Eintritt in das Erwerbsleben durch kürzere Ausbildungszeiten und der Abbau von Arbeitslosigkeit. Ob solche Maßnahmen erfolgreich sein können, hängt allerdings davon ab, ob das so geschaffene Arbeitsangebot den Qualifikationsanforderungen der Stellen entspricht, die aufgrund des Demografischen Wandels frei geworden sind.


 

Chancengleichheit zwischen den Generationen


Sind besonders stark besetzte Generationen, wie die sogenannten Baby-Boomer der 1960er Jahre, auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt, weil die Konkurrenz um Jobs hier besonders hoch ist? Oder sind sie im Vorteil, weil die Lasten, z.B. der Zahlungen an die aktuelle Rentnergeneration, auf vielen Schultern verteilt werden können? Die Frage, ob die Arbeitsmarktchancen gerecht verteilt sind, wird aber bei anhaltender Zunahme des Anteils von älteren Beschäftigten besonders zwischen Jung und Alt an Bedeutung gewinnen. Können eine mögliche Diskriminierung von älteren Arbeitssuchenden und eine hohe Jugendarbeitslosigkeit unter der Bedingung des Demografischen Wandels (fort)bestehen? Eng damit verbunden ist die Frage nach der altersspezifischen Leistungsfähigkeit im Job, die große Erfahrung bei Älteren einer hohen Lernbereitschaft bei Jungen gegenüberstellt. Daraus folgt, dass Bildungspolitik und lebenslanges Lernen eng mit der Arbeitsmarktpolitik verbunden sind.


 

Die Bedeutung der Arbeitsmarkpolitik im Demografischen Wandel


Welche Rolle spielt der Demografische Wandel insgesamt für die aktuellen Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten? Ein Grossteil der Probleme, wie eine hohe Arbeitslosigkeit, ist hauptsächlich auf andere Ursachen zurückzuführen. Allerdings fungiert die Alterung der Gesellschaft häufig als Katalysator, der die aktuellen Missstände deutlicher zu Tage treten lässt. Sind beispielsweise die Barrieren bei Eintritt in den Arbeitsmarkt besonders hoch, werden hiervon vor allem gering Qualifizierte, aber auch die jungen und alten Beschäftigten besonders betroffen sein. Daraus folgt, dass eine Arbeitsmarktpolitik vor dem Hintergrund des Demografischen Wandels, sich die verändernde Bevölkerungsstruktur zum Anlass nehmen muss, mehr als bisher nach individuellen Lösungen mit mehr Flexibilität für die einzelnen Bevölkerungsgruppen zu suchen. Anderenfalls werden die Ziele einer hohen Beschäftigung und einer Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt kaum erreicht werden.

Pascal Hetze


siehe dazu auch:

 

Steigt oder sinkt die Anzahl der Arbeitslosen? -Arbeitsmarktsituation in Zeiten des demografischen Wandels.

Die Erwerbsbevölkerung vieler Industrienationen wird immer älter. Von Land zu Land unterschiedlich ist jedoch, wie sich die demografischen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt auswirken. So werden Schweden und Spanien aufgrund des steigenden Anteils älterer Erwerbspersonen wahrscheinlich von einem Beschäftigungszuwachs profitieren können, in Frankreich und Japan hingegen führt die Alterung eher zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. mehr mehr

Arbeitsplatzverlust in der Generation 50+: Gibt es Chancen auf Wiedereinstellung oder bleibt nur die Flucht in die Frühverrentung?

Während in vielen europäischen Ländern die Arbeitslosenrate mit zunehmendem Alter sinkt, sind in Deutschland die 55- bis 64-Jährigen häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als jüngere Arbeitnehmer. Dies lässt sich unter anderem mit schlechteren Wiedereinstellungschancen älterer Arbeitnehmer erklären, wie eine aktuelle Untersuchung des Rostocker Zentrums über den Zusammenhang zwischen dem Alter und einer erfolgreichen Reintegration nach Verlust des Arbeitsplatzes zeigt. mehr mehr

Wechselseitige Beziehungen zwischen Berufs- und Familienleben

Zu den wichtigsten Herausforderungen, denen sich die europäische Gesellschaft gegenwärtig zu stellen hat, gehören niedrige Geburtenraten und ihre sozialen und ökonomischen Konsequenzen. Im Rahmen der europäischen Forschungsstudie "Job instability and changesin family and household trends" (J.I.F.T.) soll, basierend auf einer in vier europäischen Großstädten (Hamburg, Ljubljana, Rom und Warschau) durchgeführten Erhebung, festgestellt werden, ob und in welchem Ausmaß Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, der Gleichberechtigung der Geschlechter bei Hausarbeit und Kinderbetreuung, sowie familienpolitischen Programmen auf der einen und Entscheidungen für oder gegen die Gründung einer Familie auf der anderen Seite bestehen. Neben einer Stichprobenerhebung beinhaltet das Projekt auch eine Gesprächsrunde in den teilnehmenden Städten zum Thema der beruflichen und familiären Lebenswege junger Erwachsene. mehr mehr


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  Die TFR für Gesamtdeutschland im April 2010: 1,29

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Heute leben in Äthiopien etwa drei Millionen Menschen mehr als in Deutschland (85 Mio. gegenüber 82 Mio.). Bis 2050 wird erwartet, dass dieser Unterschied auf 102 Millionen ansteigt (174 Mio. gegenüber 72 Mio.).

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