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Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
 

Die monatliche zusammengefasste Geburtenziffer für Deutschland

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In Abbildung 1 sind die monatlichen Werte der zusammengefassten Geburtenziffer für den Zeitraum Januar 2007 bis Oktober 2010 dargestellt. Die durchgezogene Linie zeigt dabei den Trend, der bis Ende 2007 auf Basis amtlich erhobener Daten – sowohl für die Zahl der Lebendgeborenen als auch für die Altersstruktur - berechnet werden konnte. Für die neueren Zahlen, ab Januar 2008 (gestrichelte Linie), wurde die zugrunde liegende Altersstruktur der Frauen geschätzt. Die Werte werden in der Grafik halbjährig aktualisiert. Die aktuellen monatlichen Geburtenziffern finden Sie hier.
Bild
Abbildung 1: Geburtenmonitor zur Bestimmung der monatlichen zusammengefassten Geburtenziffer für Deutschland

Die monatlichen Werte für Gesamtdeutschland lassen einen sich jährlich wiederholenden Verlauf erkennen. Diese Saisonalität ist gekennzeichnet durch ein Geburtenhoch in den Sommermonaten Juli, August und September sowie durch ein Geburtentief in den Wintermonaten November bis Februar.

Die blauen Balken in der Abbildung beschreiben, wie sich die Geburtenziffer eines jeweiligen Monats des Beobachtungsjahres zum Wert des gleichen Monats im Vorjahr verändert hat.

In 2007 ist besonders ab dem Monat Juni ein systematisches und sehr deutliches Ansteigen der Geburtenziffern bis zum Jahresende zu verzeichnen. Die geschätzten Zahlen für 2008 zeigen in der ersten Hälfte des Jahres überwiegend einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, während in der zweiten Jahreshälfte durchgehend niedrigere Geburtenraten vorliegen. Im Jahr 2009 lassen die Werte einen insgesamt sinkenden Trendverlauf im Vergleich zum Vorjahr erkennen. Eine wachsende Unsicherheit in der Bevölkerung aufgrund der ökonomischen Entwicklungen im vorangegangenen Jahr kann eine mögliche Erklärung für den Rückgang sein. Gleichzeitig wäre es aber auch möglich, dass die geringere Geburtenrate durch einen Vorzieheffekt entsteht: Kinder, die ursprünglich erst für 2009 geplant waren, wurden aufgrund der Einführung des Elterngeldes bereits im Vorjahr geboren. Für 2010 lassen die Schätzwerte im Vergleich zum Vorjahr einen überwiegend positiveren Trend erkennen: In der Mehrzahl der Monate lag die Geburtenziffer über dem Vorjahreswert.

In den Tabellen 1 und 2 sind die genauen Werte der monatlichen zusammengefassten Geburtenziffern für die Jahre 2007 bis 2010 dargestellt. Gleichzeitig ist abzulesen, wie sich die monatlichen Werte jeweils zum Vorjahr verändert haben.

 

 


2007

2008*

Monat mTFR ∆ Vorjahresmonat Monat mTFR ∆ Vorjahresmonat
 Januar

1,36

5,93%

 Januar

1,41

3,89% 

 Februar

1,33

0,71%

 Februar

1,37 

2,67% 

 März

1,32

2,18%

 März

1,22 

-7,93% 

 April

1,25

-0,68%

 April

1,40 

12,06% 

 Mai

1,33

-2,07%

 Mai

1,33 

0,41% 

 Juni

1,40

2,97%

 Juni

1,42 

1,56% 

 Juli

1,46

2,39%

 Juli

1,57 

7,52% 

 August

1,47

4,55%

 August

1,37 

-6,74% 

 September

1,51

4,12%

 September

1,48

-1,81% 

 Oktober

1,40

4,57%

 Oktober

1,36 

-3,01% 

 November

1,32

4,71%

 November

1,21 

-8,39% 

 Dezember

1,29

7,25%

 Dezember

1,23 

-4,85% 

             *  Geschätzte Werte

             Quelle: Statistisches Bundesamt, Eigene Berechnungen

Tabelle 1: Zusammengefasste Geburtenziffern absolut und prozentuale Veränderung zum Wert im Vorjahresmonat für 2007 und 2008

 

 

2009*

2010*

Monat mTFR ∆ Vorjahresmonat Monat mTFR ∆ Vorjahresmonat
 Januar

1,22

-13,45% 

 Januar

 1,30         6,47%

 Februar

1,34

-1,75% 

 Februar

 1,32

-1,45%

 März

1,29 

6,22% 

 März

1,34

3,19%

 April

1,31 

-6,07% 

 April

 1,29

-1,27%

 Mai

1,22 

-8,43% 

 Mai

 1,24

1,26%

 Juni

1,33 

-6,40% 

 Juni

1,41

5,30%

 Juli

1,52 

-2,84% 

 Juli

 1,45

-4,95%

 August

1,35 

-1,71% 

 August

1,45

7,03%

 September

1,49

0,79% 

 September

1,48

-0,57%

 Oktober

1,36 

-0,02% 

 Oktober

1,37

0,92%

 November

1,25

3,54% 

 November

-

-

 Dezember

1,27

2,92% 

 Dezember

-

-

             *  Geschätzte Werte

             Quelle: Statistisches Bundesamt, Eigene Berechnungen

Tabelle 2: Zusammengefasste Geburtenziffern und prozentuale Veränderung zum Wert im Vorjahresmonat für 2009 und 2010

Mit der monatlichen Betrachtungsweise stellt der Geburtenmonitor ein wichtiges Analyseinstrument für politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger dar. Erste Aussagen, beispielsweise über die Auswirkungen neuer familienpolitischer Maßnahmen, sind zeitnah möglich: So könnte der Anstieg der Geburtenraten ab Mitte 2007 sowie der weiter anhaltende positive Trend in 2008 eine Reaktion auf die Einführung des Elterngeldes zu Beginn des Jahres 2007 sein. Mit der nur jährlichen Berechnung der Geburtenziffern wären solche Einschätzungen nur eingeschränkt und insbesondere nur deutlich zeitverzögert möglich.

 

Frühe Schätzung der jährlichen Geburtenraten

 

Auch ermöglichen die berechneten Monatsdaten im Geburtenmonitor (auf Basis geschätzter Altersstrukturen), weit vor den amtlichen Zahlen, eine Gesamtjahres-TFR für das Vorjahr abzuschätzen. So lag bereits im April 2009 eine Schätzung für die zusammengefasste Geburtenziffer 2008 mit 1,36 Kindern pro Frau vor. Diese Schätzung weicht um -1,45 Prozent von der im September 2009 vom Statistischen Bundesamt publizierten TFR (1,38) ab.

 

Für das Jahr 2009 wurde im Juni 2010 eine Jahres-TFR für Gesamtdeutschland von 1,33 geschätzt. Die amtliche TFR vom Statistischen Bundesamt erschien im November 2010 und liegt bei 1,36.

 

Für das Jahr 2010 konnte trotz fehlender Monatszahlen für den November und den Dezember eine Gesamtjahres-TFR errechnet werden. Unter der Annahme, dass das Geburtenverhalten sowie die Altersstruktur der Frauen, dem Trend aus 2008 folgen, ergeben die Schätzungen eine Jahres-TFR von 1,36 Kindern pro Frau. Wie in den vergangenen Jahren ist diese Zahl unterschätzt. Die vom Statistischen Bundesamt Ende August veröffentlichte amtliche TFR liegt bei 1,39 Kindern pro Frau.

 

 

Prognose der jährlichen Geburtenziffer

 

Neben der Schätzung der jährlichen Geburtenraten wird mittels  einer neuen Prognosemethode eine Vorausberechnung der jährlichen Geburtenziffer vorgenommen. Erstmalig wurde schon im November 2010 eine Prognose der zusammengefassten Geburtenziffer für das noch laufende Jahr 2010 veröffentlicht. Die vorausberechnete TFR liegt bei 1,34. Sie wird aus vorläufig gemeldeten monatlichen Geburtenzahlen für das erste Halbjahr 2010 und prognostizierten monatlichen Geburtenzahlen für das zweite Halbjahr berechnet. Eine Geburtenziffer von 1,34 für das Jahr 2010 würde bedeuten, dass im Vergleich zum Vorjahr 2009 1,47 Prozent weniger Kinder auf die Welt kommen. 

 


Die aktuellen Zahlen für das Jahr 2011 finden Sie hier

 

Hintergrundinformationen zur Berechnung der monatlichen und jährlichen  Schätzungen der TFR sowie zur Prognosemethode  der jährlichen TFR finden Sie hier

 

Daten und Fakten zur monatlichen zusammengefassten Geburtenziffer für die neuen und alten Bundesländer finden Sie hier

 

Auf die Daten des Geburtenmonitors können Sie in DemoData zugreifen [Zu DemoData]


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