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Die Bevölkerungsentwicklung eines Landes wird durch drei Determinanten bestimmt: Sterblichkeit, Geburtenhäufigkeit und Zu- bzw. Abwanderungen. Deutschlands Bevölkerungsentwicklung war seit jeher maßgeblich bestimmt durch die dritte demografische Determinante. War das Land im späten 19. Jahrhundert noch ein Auswanderungsland gewesen, so entwickelte es sich seit Ende des Zweiten Weltkrieges zu einem Einwanderungsland, eine erst seit kurzem von einem breiten politischen Konsens getragene Erkenntnis.
Nach massiven Zuwanderungswellen aufgrund der Integration Vertriebener nach dem Krieg und der Anwerbung von Arbeitskräften aus der Türkei, Italien, Spanien und Griechenland in den 1950er und 1960er Jahren, verlief die Migration in Deutschland erneut äußerst wechselhaft in den vergangenen Jahrzehnten.
Ein Grund dafür ist, dass Immigration bis zur Verabschiedung des deutschen Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2004 weitgehend ungesteuert erfolgte. 1992 konnte noch ein Migrationssaldo von über +700.000 verzeichnet werden. Seit 1997 pendelt die Nettozuwanderung auf niedrigem Niveau zwischen ca. +45.000 und +95.000 und schwenkte 1998 sogar um in eine geringfügige Nettoabwanderung. Mittlerweile bewegt sich der Wanderungssaldo zwischen +100.000 und +200.000.
Neben internationalen Wanderungsströmen ist im Hinblick auf den Demografischen Wandel in Deutschland das Phänomen einer stark ausgeprägten Binnenwanderung von Bedeutung. Seit der Vereinigung beider deutscher Teilstaaten 1990 gibt es einen enormen Migrationsstrom von Ost nach West. Überdurchschnittlich viele junge Frauen verlassen die östlichen Bundesländer, um bessere Ausbildungschancen im Westen wahrzunehmen. Diese Wanderungsbewegung führt zu einer weiter sinkenden Geburtenrate und einer stärkeren Bevölkerungsalterung in dieser Region.
Um die Bevölkerungsalterung in den kommenden Jahrzehnten gänzlich aufzuhalten, wäre eine unrealistisch hohe Anzahl an Einwanderern notwendig, deren Integration Staat und Gesellschaft vor eine praktisch unlösbare Aufgabe stellen würde. Einige Auswirkungen des Demografischen Wandels, wie z.B. die abzusehende Verknappung des Arbeitskräftepotenzials in gewissen wirtschaftlichen Bereichen, ließen sich allerdings durch eine gezielte, bedarfsorientierte Zuwanderung abfedern. Dabei steht die Frage nach der Integrationsfähigkeit Deutschlands allerdings immmer wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion.
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