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Im Laufe seines Lebens ist der Mensch über lange Zeit auf die Unterstützung durch die Familie oder den Staat angewiesen. Hauptsächlich im Kindes- und Jugendalter sowie im Pensionsalter konsumiert der Mensch viel, erwirtschaftet jedoch kein eigenes Einkommen. Eine Studie des MPIDF zeigt für 2003, dass das Arbeitseinkommen eines Durchschnittsdeutschen nur zwischen dem 27. und 57. Lebensjahr über dessen Konsumausgaben liegt. Bei den Jüngeren und Älteren spielt der Staat eine tragende Rolle: Kinder und Jugendliche nutzen das öffentliche Bildungsangebot, betagte Menschen vor allem Leistungen des Gesundheitssystems. Lebensmittel, Unterhaltungselektronik, ein Urlaub – jeder Mensch erwirbt in seinem Privatleben Güter und Dienstleistungen. Aber auch die Inanspruchnahme staatlich bereitgestellter Angebote ist Teil seines Konsums. So garantiert in Deutschland ein stark ausgebautes Wohlfahrtssystem beispielsweise den Schulbesuch oder unterstützt bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit. Menschen arbeiten und finanzieren ihren privaten Konsum größtenteils durch ihre Einkommen. Für die Finanzierung der Leistungen aus öffentlicher Hand erhebt der Staat, insbesondere auf Konsum und Einkommen, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge - etwa Lohn- und Mehrwertsteuer oder Beiträge zur Pflege- und Krankenversicherung. Wie verteilen sich nun Konsum und Arbeitseinkommen über die Altersgruppen der deutschen Bevölkerung? Und was bedeutet dies für die alternde Gesellschaft? Die Studie zeigt: Die Konsumausgaben steigen zwischen dem 1. und 18. Lebensjahr zunächst deutlich an, ab dem Erwachsenenalter verläuft der Zuwachs dann eher gleichmäßiger (Abb. 1: Gesamtkonsum). Auffällige, ansteigende Trends im Konsum – während der Kindheit und Jugend, aber auch im hohen Alter – erklären sich dabei insbesondere durch die Nutzung staatlicher Leistungen (Abb. 1: Öffentlicher Konsum): Bei Kindern und Jugendlichen finanziert die öffentliche Hand vor allem Schulen, im Alter verursachen Gesundheits- und Pflegekosten steigende Ausgaben. Ab etwa 18 Jahren beginnt der Durchschnittsdeutsche zu arbeiten und somit Einkommen sowie Steuern und Abgaben zu erwirtschaften. Ab dem 55. Lebensjahr fällt das Arbeitseinkommen jedoch wieder ab (Abb. 1: Arbeitseinkommen). Vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung in Deutschland sind diese Ergebnisse besonders interessant. Eine immer weiter steigende Lebenserwartung wird die Defizitphase im Alter verlängern und kann – ohne gegensteuernde Maßnahmen im Sozialsystem – zu Nachhaltigkeitsproblemen des deutschen Wohlfahrtsstaates führen. Diese Berechnungen lassen allerdings außen vor, dass im Alter auch Vermögenseinkommen bei der Finanzierung des Konsums eine große Rolle spielt. Beispielsweise wurde die private Vermögensbildung zur Altersvorsorge durch die letzten Reformen des Rentensystems stark angekurbelt. Diese Gelder sowie weitere private Vermögenswerte, wie Immobilien, die die Älteren im Laufe Ihres Lebens erarbeitet haben, können dazu beitragen, den Anstieg des Defizits in den hohen Altersgruppen abzumildern. Autoren: Fanny Annemarie Kluge Quelle: Kluge, F. A.(2009):Transfers, Consumption and Income over the Lifecycle in Germany, MPIDR Working Paper WP-2009-014 (2009)
Das Projekt ist Teil des internationalen Netzwerkes National Transfer Accounts unter der Führung von Ronald Lee (University of California, Berkeley) und Andrew Mason (University of Hawaii, Manoa). Hintergrundinformationen zur alternden Erwerbsbevölkerung:
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Demografie
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