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Auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland erfolgreich zu sein, stellt sich für die etwa zwei Millionen Arbeitnehmer ausländischer Nationalität als besonders schwierig dar. Sie sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als Arbeitnehmer deutscher Staatsangehörigkeit. Auch haben ausländische Arbeitsuchende im Vergleich zu deutschen Arbeitsuchenden geringere Chancen, nach dem Verlust des Arbeitsplatzes erneut Arbeit zu finden – eine Problematik, die sich mit zunehmendem Lebensalter noch verschärft. Die Erwerbslosenquote für Personen ausländischer Nationalität liegt mit 16,1 Prozent deutlich höher als bei Deutschen (9,4 Prozent). In höheren Altersstufen fallen die Unterschiede noch größer aus (siehe Tabelle 1): Bei den 45-64-Jährigen waren im Jahr 2002 10,8 Prozent der Deutschen erwerbslos, bei Personen ausländischer Nationalität 18,5 Prozent.
Tabelle 1: Erwerbslosenquoten nach Alter und Nationalität (2002), Quelle: Eigene Darstellung nach Bauer et al. (2004), S. 16. Es ist bekannt, dass die Wiederbeschäftigungschancen nach dem Verlust des Arbeitsplatzes mit zunehmendem Alter sinken (siehe auch „Arbeitsplatzverlust in der Generation 50+“): Im Vergleich zur Altersgruppe 50 bis 54 Jahre weisen demnach 35- bis 39-jährige Arbeitsuchende 41 Prozent bessere, 55- bis 59-Jährige dagegen 63 Prozent und 60- bis 64-Jährige gar 88 Prozent schlechtere Wiederbeschäftigungschancen auf. Die Rostocker Wissenschaftlerinnen Jana Bruder und Katharina Frosch untersuchten nun zusätzlich das Zusammenspiel von Nationalität und Alter als Einflussfaktor auf die Dauer der Nichtbeschäftigung nach dem Verlust eines Arbeitsplatzes. Grundlage der Analyse ist die Beschäftigtenstichprobe des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Studie bezieht sich auf männliche Arbeitsuchende im Alter von 25 bis 64 Jahren in Westdeutschland im Zeitraum 1975-2001. Die Untersuchungen zeigen, dass die Chancen der Wiedereinstellung bei Arbeitsuchenden ausländischer Nationalität etwa sieben Prozent unter denen deutscher Arbeitsuchender liegen. Dieser Wert variiert jedoch je nach Nationalität: So haben etwa griechische Arbeitsuchende 17 Prozent oder italienische und türkische Arbeitsuchende 13 Prozent schlechtere Wiederbeschäftigungschancen als vergleichbare Personen deutscher Nationalität. Die Studie macht zudem deutlich, dass der negative Effekt des Lebensalters auf die Wiedereinstellung bei einigen Nationalitäten wesentlich stärker ausgeprägt ist als bei deutschen Personen. Bei allen ausländischen Arbeitsuchenden fallen die Wiederbeschäftigungschancen bei den 50- bis 54-Jährigen im Vergleich zur Altersgruppe 25-39 Jahre um durchschnittlich 41 Prozent, bei türkischen Arbeitsuchenden beispielsweise gar um 59 Prozent niedriger aus. Bei deutschen Arbeitnehmern beträgt dieser Unterschied zwischen jungen und älteren Arbeitsuchenden dagegen nur 26 Prozent (Abbildung 1).
Abb. 1: Wiederbeschäftigungschancen nach Alter und Nationalität. Datenquelle: IAB-Beschäftigtenstichprobe (Basisfile 1975-1995); eigene Berechnungen
Insbesondere ältere Arbeitskräfte ausländischer Nationalität haben verglichen mit deutschen Arbeitnehmern einen schweren Stand auf dem Arbeitmarkt. Dies zu verbessern, so die Autoren, sei eine wichtige Herausforderung. Denn in der Arbeitsmarktpolitik könne das Anwerben ausländischer Arbeitskräfte nur eine Seite der Medaille sein – diese Arbeitskräfte dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren, auch in fortgeschrittenem Alter, sei die andere. Autoren: Jana Bruder, Katharina Frosch Quellen: Bauer, T. K., Loeffelholz, H. D. von, Schmidt, C. M. (2004). Wirtschaftsfaktor ältere Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Stand und Perspektiven. In: Expertise im Auftrag der Sachverständigenkommission "5. Altenbericht der Bundesregierung". RWI Essen Weitere Artikel zu Alterung und Arbeitsmarkt:
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