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Beitrag zum Workshop „Arbeitsmarkt und Demografischer Wandel“
Während in vielen europäischen Ländern die Arbeitslosenrate mit zunehmendem Alter sinkt, sind in Deutschland die 55- bis 64-Jährigen häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als jüngere Arbeitnehmer. Dies lässt sich unter anderem mit schlechteren Wiedereinstellungschancen älterer Arbeitnehmer erklären, wie eine aktuelle Untersuchung des Rostocker Zentrums über den negativen Zusammenhang zwischen dem Alter und einer erfolgreichen Reintegration nach Verlust des Arbeitsplatzes zeigt. Nach Angaben der OECD waren in Deutschland 2005 in der Gruppe der 25- bis 54-Jährigen 10,4 Prozent, aber 12,7 Prozent der 55- bis 64–Jährigen arbeitslos gemeldet. Dabei ist der Anteil Arbeitsloser in der Gruppe der über 55-Jährigen sogar eher unterschätzt, da Ältere, nachdem sie ihre Arbeit verloren haben, Frühverrentungsmöglichkeiten nutzen können und somit aus den offiziellen Statistiken zur Arbeitslosigkeit verschwinden.
Abb. 1: Altersspezifische Wiederbeschäftigungsquoten; Quelle: IAB Beschäftigungsstichprobe, Regionalfile 1975 - 2001; Eigene Berechnungen aus Frosch (2007)
Die Studie verdeutlicht, wie schwierig es für ältere Menschen ist, nach einem Arbeitsplatzverlust den Sprung zurück ins aktive Erwerbsleben zu schaffen. Von den 55- bis 59-Jährigen finden nur knapp 30 Prozent innerhalb von zwei Jahren wieder eine Stelle, bei den über 60-Jährigen sind es sogar nur 10 Prozent. Die Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen erzielt hingegen im gleichen Zeitraum Wiederbeschäftigungsquoten von etwa 79 Prozent, aber bereits ab der Altersgruppe 50 bis 54 Jahre bleibt mit 33 Prozent ein größerer Anteil in Nichtbeschäftigung als bei der jüngsten Vergleichsgruppe.
Haben großzügige Frühverrentungsmöglichkeiten das Risiko älterer Arbeitnehmer erhöht, nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes nicht mehr in Beschäftigung zu kommen? Die Ergebnisse der vorliegenden Studie legen einen solchen Zusammenhang nahe: So verschlechterten sich von 1975 bis 1995 die Chancen auf Wiedereinstellung insgesamt zwar für alle Altersstufen, die Aussichten entwickelten sich Mitte der 1980er Jahre aber besonders negativ für ältere Arbeitnehmer (50 bis 64 Jahre). Dies ist der Zeitraum, in dem viele Regelungen in Kraft traten, die weniger die Wiedereingliederung älterer Beschäftigter in den Arbeitsmarkt unterstützten, sondern vielmehr im Falle des Arbeitsplatzverlustes den direkten Übergang in die Frühverrentung erleichterten. khf Autor: Katharina Frosch Quelle: Frosch, Katharina (2006). Reemployment Rates over the Life Course: Is there still Hope after Late Career Job Loss? Thünen Series of Applied Economic Theory, Working Paper n° 64.
Frosch, Katharina (2007). Einfluss soziodemographischer Faktoren und der Erwerbsbiographie auf die Reintegration von Arbeitssuchenden: Schlechte Chancen ab Alter 50? Rostocker Zentrum - Diskussionspapier n° 11.
siehe Workshop: "Labor Markets and Demographic Change" Weitere Artikel zu Alterung und Arbeitsmarkt:
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