Eine „doppelte Dividende“ für Sozialkassen und Bürger entsteht nur, wenn – wie eigentlich geplant – die Teilzeitrente aktiv zur Verlängerung der Lebensarbeitszeit genutzt wird. So gibt es in Finnland kein festgelegtes Renteneintrittsalter, sondern die Arbeitnehmer können innerhalb der Altersstufen 63 bis 68 Jahren individuell festlegen, wann sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden wollen. Bei einem Hinausschieben des endgültigen Renteneintritts erhöhen die Arbeitnehmer weiter ihre Rentenansprüche. Die Rentenkasse profitiert in diesem Fall jedoch von zusätzlichen Rentenbeiträgen und später beginnenden Rentenzahlungen.
Doch rechnet sich das finnische System der Teilzeitrente? Sind Arbeitnehmer, die ihre Stundenzahl reduzieren konnten, auch motivierter, bis in ein höheres Alter zu arbeiten? Dieser Frage gingen die Wissenschaftler Seija und Pekka Ilmakunnas vom finnischen Rentenversicherungszentrum beziehungsweise der Handelshochschule in Helsinki in einer Befragung nach.
In Interviews mit knapp 400 Arbeitnehmern zwischen 56 und 64 Jahren fanden sie heraus, dass etwa 25 Prozent der Befragten die Teilzeitrente in Anspruch nehmen, um gleitend in den Ruhestand zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand für das Teilzeit-Rentenmodell entscheidet, nimmt mit steigendem Gehalt ab, wächst aber mit der Länge des bisherigen Erwerbslebens. Nur wenige Teilzeit-Rentner planen jedoch, ihre Lebensarbeitszeit über den offiziellen Renteneintrittszeitpunkt hinaus zu verlängern.
Insgesamt entspricht die Teilzeitrente damit zwar dem Wunsch der Arbeitnehmer nach einem schrittweisen Austritt aus dem Erwerbsleben. Da mit diesem Rentenmodell aber nicht die Bereitschaft wächst, länger zu arbeiten und später in Rente zu gehen, wird die Rentenkasse dabei jedoch eher nachhaltig be- statt entlastet.
khf