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Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
 

Mobilität hat ihren Preis – Umzugsverhalten und Trennungsrisiko in Österreich

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Wiederholte Wohnortwechsel, insbesondere aus beruflichen Gründen, sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Dass Umzüge aber durchaus die Stabilität von Partnerschaften beeinträchtigen können, zeigt nun erstmals eine Untersuchung österreichischer Paare. Das Risiko einer Trennung steigt merklich, wenn Mann und Frau mehr als einmal zusammen umziehen.

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Die Studie verdeutlicht, dass nicht nur die Anzahl gemeinsam erfahrener Umzüge eine große Rolle spielt, sondern auch, ob das Paar in der Nähe verbleibt oder neu in der Ferne anfängt. Ziehen Partner einmalig innerhalb derselben Stadt oder desselben Landkreises um, ist ihr Zusammenhalt sogar gestärkt: Sie trennen sich um 25 Prozent seltener als Paare, die ihre vier Wände nicht verlassen haben. Der gemeinsame Umzug vor Ort ginge im Allgemeinen mit einem Zugewinn an Lebensqualität einher und würde als erfreuliches Erlebnis empfunden, das die Bindung festige, so eine Vermutung der Wissenschaftler. Verlegt das Paar seinen Wohnsitz erstmalig in eine andere Stadt oder Kreis, hat dies keinen erkennbaren Einfluss auf das Trennungsrisiko. Die gewohnte Umgebung hinter sich zu lassen, möge zwar Stress bedeuten, meinen die Autoren, allerdings werde, gerade in jungen Jahren, ein Neuanfang in der Ferne auch als aufregende und interessante Erfahrung verstanden.

Laut der Studie aus Österreich sind weitere Adressänderungen der Partnerschaft aber weniger zuträglich. So erhöht schon ein zweiter Umzug innerhalb eines Bezirkes die Wahrscheinlichkeit einer Trennung um 32 beziehungsweise 76 Prozent im Vergleich zu Paaren, die ihre Wohnung nie oder nur einmal gewechselt haben. Bei Umzügen über große Entfernungen steht noch mehr auf dem Spiel: Ein Paar, das mindestens zweimal den Wohnort wechselt, trennt sich 2.5-mal häufiger als sesshafte Partner.

 

Forschungsergebnisse deuten seit langem daraufhin, dass Mann und Frau bei einem Wegzug aus dem vertrauten Umfeld einen unterschiedlichen Preis zahlen: Der Karriere des Mannes meist förderlich, führt ein Wechsel des Wohnortes für die Partnerin eher zu beruflichen Nachteilen; sie findet seltener Arbeit, und wenn, dann muss sie mit einem geringerem Einkommen und weniger Arbeitsstunden rechnen als vergleichbar qualifizierte Frauen. Stellt die Frau mehr als einmal ihre eigenen beruflichen Ambitionen hinter denen ihres Partners zum Wohlergehen der Familie zurück, könne dies zu einem hohen Maß an Unzufriedenheit in der Beziehung und, in Folge, einem deutlich gestiegenen Trennungsrisiko führen, so die Erklärung der Forscher. Schwieriger zu deuten sei es, warum sich Paare auch dann häufiger trennen, wenn sie mehrfach vor Ort umziehen. Möglicherweise hätten Frauen in dieser Situation zwar keine Nachteile im Beruf, die Partnerschaft sei aber dadurch beeinträchtigt, dass der Löwenanteil der Arbeit und Organisation, die mit jedem dieser Umzüge entstünden, auf ihren Schultern laste.

ic


Autoren: Paul J. Boyle, Hill Kulu, Thomas Cooke, Vernon Gayle, Clara H. Mulder

Quelle: Boyle P.J., Kulu H., Cooke T., Gayle V., Mulder C.H. (2006). The effect of moving on union dissolution. MPIDR Working Paper WP 2006-002.

http://www.demogr.mpg.de/Papers/Working/wp-2006-002.pdf


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