Artikel | Zahlen und Fakten | Studium und Schule | Veranstaltungen | Publikationen | Glossar |
 
Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
 

Wo Mann sich traut – Regionale Unterschiede bei Heiratsentscheidungen von Männern

Druckansicht

Männer mit einer guten Ausbildung und einem Vollzeitjob heiraten in den alten Bundesländern häufiger als ihre weniger erfolgreichen Geschlechtsgenossen. Allerdings ist ihre Heiratsneigung auch von regionalen Faktoren beeinflusst, wie eine Studie des Wissenschaftlers Karsten Hank, heute am MEA* der Universität Mannheim, deutlich macht. Der Forscher verglich dazu am MPIDF die Daten von mehr als 2000 westdeutschen und ausländischen Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren in rund 300 Stadt- und Landkreisen.

Abbildung

Die Ergebnisse bestätigen, dass die wirtschaftliche Stellung eines Mannes beim Gang vor den Traualtar eine herausragende Rolle spielt. So heiraten Männer mit einer guten Ausbildung und einer Vollzeitstelle am häufigsten. In Land- und Stadtkreisen mit einer hohen Frauenerwerbsquote ist die Anzahl der Eheschließungen allerdings deutlich niedriger als in anderen Regionen.

 

In der Vergangenheit wurde dieser Zusammenhang oft damit erklärt, dass die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen im Berufsleben die Hauptursache für einen Aufschub oder das Vermeiden von Eheschließungen darstellt. Andere Untersuchungen lassen an dieser Schlussfolgerung aber Zweifel aufkommen. So sind Frauen, die einen höheren Bildungshintergrund aufweisen, erwerbstätig sind und damit über eigenes Einkommen verfügen, sogar häufiger verheiratet als andere. Und Frauen ohne abgeschlossene Ausbildung treten nach den Untersuchungen von Hank seltener oder später vor den Traualtar als ihre Geschlechtsgenossinnen mit Berufsausbildung.

 

Der Wissenschaftler vermutet deshalb, dass die hohe Beteiligung von Frauen am Arbeitsleben in einigen Stadt- und Landkreisen bestimmte regionale Einstellungen und Werte widerspiegelt. Diese könnten etwa in Form einer besonderen Wertschätzung gleichberechtigter Geschlechterrollen und der individuellen Autonomie gegenüber institutionellen Autoritäten sowohl bei Frauen als auch bei Männern Eheschließungen verhindern.

 

ks

 

* Mannheim Research Institute for the Economics of Aging


Autor: Karsten Hank

Quelle: „Wo Mann sich traut - Heiratsentscheidungen westdeutscher Männer im räumlichen Kontext“, K. Hank (2004), Soziale Welt, 55 (3), 307-316.



Sie sind hier: ZDWA > Artikel > Kinder und Familie > Familie und Bildung
DemoData
 
  Zum Dateninformationssystem gelangen Sie hier

Geburtenmonitor
 
 
Weitere saisonale Daten und Ergebnisse des Geburtenmonitors zu Fertilitätstrends finden Sie hier