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Wie sich eine Babypause nach der Geburt des ersten Kindes auf das weitere berufliche Fortkommen einer Frau auswirkt, hängt vor allem von ihrer Verankerung in der Arbeitswelt ab. So lassen sich die Ergebnisse zusammenfassen, die in einer Kooperation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock und der Abteilung für Statistik der Universität München entstanden.
Mit der Geburt des ersten Kindes ziehen sich Mütter oft längere Zeit aus dem Arbeitsleben zurück. Daraus resultierende Nachteile wie etwa der Ausfall des Gehalts und Unsicherheiten am Arbeitsmarkt sollen durch gesetzliche Rahmenbedingungen abgemildert werden. So wurde 1979 für Frauen, die vor einer Geburt beschäftigt waren, sowohl der Mutterschutzurlaub als auch Lohnersatzleistungen bis zu 750 DM (375 €) monatlich eingeführt. Inzwischen können sowohl Mütter wie auch Väter im Rahmen der Elternzeit bis zu drei Jahre nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleiben. Ihr Arbeitsplatz ist ihnen in dieser Zeit sicher. Wenn die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden, steht ihnen außerdem zwei Jahre lang eine Unterstützung in Höhe von 300 Euro pro Monat zu.
Unklar war bislang, wie sich diese Maßnahmen auf den Wiedereinstieg von Müttern in ihren Job auswirken. So könnte eine längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt die Rückkehr in den Beruf erschweren, weil der Anschluss an berufliche Entwicklungen verloren geht und in der Zwischenzeit die Anforderungen an die Stelle gestiegen sein können. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich nach der Verlängerung des Erziehungsurlaubs und der Erhöhung des Erziehungsgelds 1986 die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Rückkehr in das Arbeitsleben von Frauen nach der Geburt ihres ersten Kindes erhöht hat. Am meisten profitieren Frauen mit einer größeren Erfahrung, die schon vor der Geburt eine enge Bindung an den Arbeitsmarkt hatten und in relativ sicheren so genannten „white-collar-jobs“ (nicht-manuelle Berufe) beschäftigt waren.
Abgesehen von den gesetzlichen Vereinbarungen zur Babypause und den finanziellen Unterstützungen ist die westdeutsche Familienpolitik für arbeitende Mütter allerdings eher ungünstig, kritisieren die Forscher. Denn immer noch fehlen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Zwar ist der Bedarf an Kindergärten inzwischen zu 78 Prozent gedeckt, die oftmals unflexiblen Öffnungszeiten sind aber mit den Arbeitszeiten von Müttern in Vollzeitjobs nicht vereinbar. Öffentliche Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren und für Kinder über sechs Jahre fehlen zudem fast vollständig. Autoren: Stefan Bender, Annette Kohlmann und Stefan Lang Quelle: „Women, work, and motherhood: changing employment penalties for motherhood in West Germany after 1945 - a comparative analysis of cohorts born in 1934-1971“, MPIDR Working Paper WP-2003-006 |
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