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Homosexuelle Partnerschaften werden häufiger geschieden als traditionelle Ehen. Interessanterweise haben jedoch das Alter, der Bildungsstand und die Nationalität der Partner einen vergleichbaren Einfluss auf das Scheidungsrisiko – unabhängig von der geschlechtlichen Orientierung des Paares.
Laut der gemeinsamen Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und des Statistischen Zentralamtes Norwegen weisen schwedische, gleichgeschlechtliche Paare eine deutlich höhere Scheidungsrate auf als heterosexuelle Paare. Am instabilsten sind in den ersten Jahren nach Eheschluss die Partnerschaften zwischen zwei Frauen. Sowohl in Schweden als auch in Norwegen gehen sie im Vergleich zu Männerehen ein doppelt so hohes Risiko ein, sich wieder zu trennen.
Verschiedene Gründe für ein höheres Scheidungsrisiko homosexueller Partnerschaften sind nach Meinung der Autoren denkbar. Frauen- und Männerehen müssen im allgemeinen auf den stabilisierenden Einfluss einer gemeinsamen Elternschaft verzichten. Auch spielen gesellschaftliche Faktoren, wie beispielsweise moralische Bedenken gegen Scheidungen, bei gleichgeschlechtlichen Beziehungen eine geringere Rolle. Warum so viel mehr lesbische Paare ihre Konflikte mit Scheidung lösen, wissen die Wissenschaftler bisher nicht. Tatsächlich unterscheiden sich Lebensgefährtinnen viel seltener als homosexuelle Männer bei Alter und anderen persönlichen Merkmalen; sie zeichnen sich also durch Gemeinsamkeiten aus, die gewöhnlich mit einer verringerten Scheidungshäufigkeit im Einklang stehen. Wie schwedische Daten zeigen, betrifft die Ähnlichkeit auch die Höhe des Einkommens. Ein vergleichbares Gehalt könnte, so eine Vermutung der Wissenschaftler, zu fehlenden Machtstrukturen zwischen Partnerinnen führen und damit möglicherweise die Stabilität der Bindung eher verringern.
Ob klassische Ehe oder gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft, unbeständige Beziehungen entwickeln sich unter ähnlichen Bedingungen. Das Scheidungsrisiko eines Paares steigt, wenn jung geheiratet wurde, der Altersunterschied zwischen den Partnern groß ist oder einer der Partner aus dem Ausland stammt. Paare mit höherem Bildungsabschluss sind hingegen seltener geneigt, ihren Zusammenhalt aufzugeben.
Die vorliegenden Daten aus Norwegen und Schweden, wo gleichgeschlechtliche Partnerschaften inzwischen seit zehn Jahren gesetzlich anerkannt sind, ermöglichen erstmals den systematischen Vergleich homo- und heterosexueller Paare über Ländergrenzen hinweg. Offen ist, betonen die Wissenschaftler in ihrer Studie, ob sich die aufgezeigten Trends in Langzeitstudien bestätigen. ic Autoren: Gunnar Andersson, Turid Noack, Ane Seierstad & Harald Weedon-Fekjær Weitere Artikel zu Skandinavien:
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