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Die Mehrheit der Mitgliedsstaaten der EU gewährt seit wenigen Jahren homo-sexuellen Paaren der Ehe vergleichbare Rechte und Pflichten. Eine Studie gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften in Schweden und Norwegen ermöglicht nun einen ersten demografischen Einblick. Die skandinavischen Länder gehören in Europa zu den Wegbereitern für die gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Während sich homosexuelle Paare in Dänemark bereits 1989 beim Standesamt eintragen lassen konnten, folgten Norwegen und Schweden wenige Jahre später. In beiden Ländern gehen Homosexuelle vergleichsweise selten zum Standesamt: Auf 1000 Ehen zwischen Mann und Frau kommen weniger als zehn eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Davon sind über 60 Prozent Männerehen.
Ausgeprägte Altersunterschiede zwischen homosexuellen Partnern sind keine Seltenheit, so die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung und des Statistischen Zentralamtes Norwegen in ihrer gemeinsamen Studie. Bei einem Drittel der Männerbeziehungen ist einer der Partner mehr als neun Jahre älter. Auch heiraten Homosexuelle später. Bei einem Durchschnittsalter der Paare von fast 40 Jahren sind sie beim Jawort gut 10 Jahre älter als heterosexuelle Ehepartner.
Eingetragene gleichgeschlechtliche Verbindungen mit mindestens einem ausländischen Partner sind - insbesondere bei Männern - mit über 40 Prozent häufig. Aber auch bei jedem fünften schwedischen Ehepaar liegt der Geburtsort der Braut, des Bräutigams oder beider nicht im Lande. Letzteres entspricht in etwa dem Ausländeranteil in eben jener Bevölkerungsschicht, die sich im heiratsfähigen Alter befindet.
Bezüglich ihrer Berufswahl sind gleichgeschlechtlich orientierte Männer eher künstlerisch als technisch ausgerichtet und häufiger im Gesundheitswesen beschäftigt als klassisch verheiratete Männer. Nach der vorliegenden Studie haben homosexuelle Partner, die ihre Beziehung amtlich eintragen lassen, öfter ein Studium abgeschlossen als traditionelle Ehepartner. Ein hohes Maß an Bildung ist nach Meinung der Autoren möglicherweise die Voraussetzung, dass ein homosexueller Mensch den Gang zum Standesamt wagt, selbst in liberalen Gesellschaften wie in Schweden und Norwegen. ic Autoren: Gunnar Andersson, Turid Noack, Ane Seierstad & Harald Weedon-Fekjær Weitere Artikel zu Skandinavien:
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