Das erste Kind bringt in vielen Fällen buchstäblich Bewegung in das Familienleben: Vor allem die Häufigkeit der Umzüge in ländliche Gebiete steigt um das Fünffache, die Abwanderung in kleine Städte nimmt – in geringerem Ausmaß – ebenfalls zu. Allerdings finden die Umzüge hauptsächlich bis zur Mitte der Schwangerschaft statt, danach sinkt die Mobilität wieder deutlich. Meist betreffen diese Verlegungen des Wohnortes lediglich einen Elternteil, der wegen der Familiengründung zu seinem Partner zieht.
Die Bereitschaft zu Ortswechseln über die Grenzen des eigenen Bezirks hinaus geht mit der Geburt zusätzlicher Kinder dann aber drastisch zurück. Die Wahrscheinlichkeit eines Umzugs in kleinstädtisch geprägte Regionen sinkt mit dem dritten Kind um 56 Prozent, die Häufigkeit eines Umzugs in eine Großstadt verringert sich sogar um 82 Prozent. Dass die Mobilität mit jedem Kind abnimmt, liegt an den steigenden ökonomischen Kosten eines Umzugs, aber auch an den psychologischen Folgen: Je mehr Kinder ihr soziales Umfeld aufgeben müssten, desto geringer ist die Bereitschaft wegzuziehen. Einen gegenteiligen Effekt gibt es lediglich in einem Fall: Die Umzüge aus einer Großstadt hinaus aufs Land nehmen wegen der ruhigeren Umgebung und der besseren Wohnsituation mit steigender Kinderzahl zu.