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Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
 

Herkunftsfamilie stellt Weichen für eigene Familie

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In einer intakten und vollständigen Familie aufgewachsen zu sein, bestärkt Männer in ihrem Wunsch nach einer eigenen Familie. Die Herkunftsfamilie stellt damit wichtige Weichen für den weiteren Lebenslauf. Das ist das Ergebnis einer Studie, in der Angelika Tölke vom MPIDF (jetzt: Deutsches Jugendinstitut, München) die Daten westdeutscher Männer im Alter von 30 bis 55 Jahren untersuchte.

Eine Scheidung der Eltern oder der frühe Tod eines Elterteils zögern eine Heirat deutlich hinaus oder verhindern sie sogar. Beide Ereignisse sind mit Erfahrungen der Instabilität und des Verlusts verknüpft und sorgen für eine Verunsicherung in emotional engen Beziehungen, folgert die Autorin. Eine beständige Ehe der Eltern hat umgekehrt Vorbildcharakter, indem sie Strategien zur familiären und partnerschaftlichen Problemlösung aufzeigt. Wichtig für den Wunsch nach einer ehelichen Verbindung ist auch die Anzahl der Geschwister. Wer aus einer kinderreichen Familie mit mindestens zwei Geschwistern stammt, heiratet deutlich häufiger und in jüngeren Jahren als Einzelkinder.

 

Siehe dazu auch:

Kinderwunsch sinkt in Deutschland und Österreich unter zwei

 

Bei der Entscheidung für das erste Kind spielt die Erfahrung der Scheidung der eigenen Eltern keine Rolle, ein erlebter früher Tod eines Elternteils hingegen kann einen deutlichen Einfluss nehmen. Dieser kann das Gefühl einer generellen Gefährdung emotionaler Bindungen erzeugen, so dass als Folge eine enge Eltern-Kind-Beziehung vermieden oder hinausgezögert wird, folgert die Autorin. Einen positiven Effekt auf die Vaterschaft haben dagegen Geschwister. Schon wer nur mit einem Bruder oder einer Schwester aufgewachsen ist, entscheidet sich deutlich häufiger und früher für eigenen Nachwuchs als Gleichaltrige ohne Geschwister.

ks


Autor: Angelika Tölke

Quellen: „Die Bedeutung von Herkunftsfamilie, Berufsbiografie und Partnerschaft für den Übergang zur Ehe und Vaterschaft“, MPIDR Working Paper WP-2004-007

http://www.demogr.mpg.de/Papers/Working/wp-2004-007.pdf

„Insecurities in employment and occupational careers and their impact on the transition to fatherhood in western Germany“, Demographic Research, 9:3, 41-67.


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