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Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels
 

Unsicherheiten im Beruf verzögern die Familienplanung

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Unsichere Berufsaussichten bremsen bei Männern den Wunsch nach Frau und Kind. Das zeigt eine Studie in der Angelika Tölke (Deutsches Jugendinstitut, München; zuvor MPIDF) und Martin Diewald (Universität Bielefeld), die Daten von westdeutschen Männern in verschiedenen Altersklassen (Jahrgänge 1946-50, 1951-55, 1961-65 und 1966-70) miteinander verglichen. Die Ergebnisse entsprechen dem gesellschaftlichen Bild vom Mann, der zunächst eine berufliche Basis aufbaut, bevor er eine Familie gründet.

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Unter den jüngeren Geburtsjahrgängen zeigte sich bei Männern ein klarer Trend: Sie entschließen sich grundsätzlich seltener und später für eine Ehe als ihre älteren Geschlechtsgenossen. In Lebensphasen ohne Erwerbstätigkeit verschoben sie zusätzlich sowohl die Eheschließung als auch das erste Kind – egal ob sie sich gerade in einer Ausbildung für eine erste Arbeitsstelle befanden oder ihr Berufsleben durch Arbeitslosigkeit oder eine weitere Ausbildung unterbrochen war. Arbeitslosigkeit reduziert die finanziellen Möglichkeiten und verunsichert im Hinblick auf die weiteren beruflichen Chancen, folgern die Wissenschaftler. Eine Ausbildung ist zwar eine Investition in die Zukunft, bietet aber ebenfalls keine Sicherheiten.

Besonders negativ wirkt sich der Status als Selbstständiger auf Familiengründungen aus. Wer sich selbstständig macht oder dies plant, verschiebt seine Hochzeit und das erste Kind oder vermeidet sogar beides. Berufliche Aufstiege fördern das Eingehen einer stabilen Paarbeziehung und eine Vaterschaft. Allerdings lässt beruflicher Erfolg Männer nicht häufiger als sonst Väter werden. Wahrscheinlich wird nach dem Karriereschritt die aufgeschobene Familiengründung einfach beschleunigt nachgeholt. Der Erfolg führt trotzdem nicht schneller vor den Traualtar. Der Aufschub der Heirat ist nicht nur durch erschwerte Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu erklären, vermuten die Forscher. Sie halten die Akzeptanz nichtehelicher Lebensformen als Teil eines allgemeinen Wertewandels für einen ebenfalls wichtigen Faktor.

ks 


Autoren: Angelika Tölke und Martin Diewald

Quelle: „Die Bedeutung von Herkunftsfamilie, Berufsbiografie und Partnerschaft für den Übergang zur Ehe und Vaterschaft“, MPIDR Working Paper WP-2004-007

http://www.demogr.mpg.de/Papers/Working/wp-2004-007.pdf

„Insecurities in employment and occupational careers and their impact on the transition to fatherhood in western Germany“, Demographic Research, 9:3, 41-67.


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