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Mütter in Ostdeutschland sind häufiger erwerbstätig als im Westen, beziehen aber auch öfter staatliche Unterstützung. Das ist das Ergebnis einer Studie von Dirk Konietzka und Michaela Kreyenfeld vom MPIDF. Die beiden Wissenschaftler untersuchten die ökonomische Situation von Müttern in verschiedenen Familienformen in Ost- und Westdeutschland. Die verstärkte Erwerbsorientierung von Frauen und die Zunahme neuer Familienformen hat das traditionelle Bild von Ehe und Familie in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Die Geburt eines Kindes bedeutet nicht mehr automatisch, dass sich die Mutter vorübergehend oder dauerhaft aus dem Berufsleben zurückzieht. Kinder werden außerdem häufig außerhalb von Ehen geboren. Nichteheliche Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende prägen immer mehr das Bild der Familie.
In Westdeutschland sind Mütter in nichtehelichen Lebensgemeinschaften häufiger erwerbstätig als Mütter in anderen Lebensformen. Alleinerziehenden gelingt es zwar ebenfalls oft, Beruf und Kinder zu vereinbaren, dennoch müssen sie öfter als andere Mütter staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen.
In Ostdeutschland sind Mütter insgesamt häufiger berufstätig als in Westdeutschland. An erster Stelle stehen Mütter aus nichtehelichen Lebensgemeinschaften, dicht gefolgt von Verheirateten. Nur eine kleine Minderheit lebt im Osten von dem Einkommen des Ehemanns.
Am wenigsten unterscheiden sich die Situation der Alleinerziehenden in Ost und West. In Westdeutschland beziehen 62 Prozent der Alleinerziehenden staatliche Unterstützung solange das Kind jünger als drei Jahre ist, im Osten 82 Prozent. Die größten Unterschiede betreffen das Erwerbsverhalten verheirateter Mütter. 60 Prozent der Frauen im Osten aber nur 16 Prozent im Westen haben einen Vollzeit-Job, wenn das jüngste Kind das Grundschulalter erreicht.
Abb. 1 Anteil Vollzeit erwerbstätiger Mütter nach Alter des jüngsten Kindes; Frauen im Alter von 16 - 45 Jahren.
Grundsätzlich bleiben Mütter im Osten häufiger ökonomisch unabhängig auch wenn sie verheiratet sind. Allerdings beziehen sie auch öfter staatliche Unterstützung als im Westen Deutschlands. Unklar ist, ob es sich dabei nur um eine vorübergehende Inanspruchnahme von Hilfeleistungen oder um eine dauerhafte Abhängigkeit handelt. So sind Sozialhilfe, Erziehungs- und Arbeitslosengeld auch für 65 Prozent der Mütter aus nichtehelichen und 50 Prozent aus ehelichen Lebensgemeinschaften die überwiegende Quelle des Lebensunterhalts. Im Westen beziehen Frauen aus nichtehelichen Lebensgemeinschaften dagegen nur zu 20 Prozent soziale Leistungen, verheiratete Mütter dagegen kaum. ks Autoren: Dirk Konietzka und Michaela Kreyenfeld Quellen: „Mütter zwischen finanzieller Unabhängigkeit und Gefährdung“, Demografische Forschung aus erster Hand, 2005, Jhg. 2, Nr. 2 http://www.demografische-forschung.org/archiv/defo0502.pdf
„Nichteheliche Mutterschaft und soziale Ungleichheit : Zur sozioökonomischen Differenzierung der Familienformen in Ost- und Westdeutschland“, MPIDR Working Paper WP-2005-001 http://www.demogr.mpg.de/Papers/Working/wp-2005-001.pdf
„Angleichung oder Verfestigung von Differenzen? : Geburtenentwicklung und Familienformen in Ost- und Westdeutschland“, MPIDR Working Paper WP-2004-025 Weitere Artikel zu Ost- und Westdeutschland im Vergleich: |
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