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Ob sich eine Mutter für ein zweites Kind entscheidet, hängt in Westdeutschland zum großen Teil von der Ausbildung ihres Partners ab. Ein Hochschulabschluss des Vaters verspricht einen besseren Job und ein höheres Einkommen und erleichtert damit die Finanzierung eines weiteren Kindes. Das ist das Ergebnis einer Studie von Michaela Kreyenfeld am MPIDF, in der sie die Daten von Müttern mit verschiedenen Ausbildungsniveaus verglich. Es unterstützt die populäre Vorstellung vom Mann als Ernährer der Familie. Aus früheren Studien ist bekannt, dass Frauen mit Hochschulabschluss zwar häufiger kinderlos bleiben. Wenn sie jedoch ein erstes Kind bekommen, entscheiden sie sich eher für weitere Kinder als ihre Geschlechtsgenossinnen mit einem schlechteren Abschluss. Diese Tatsache wurde in der Vergangenheit häufig damit begründet, dass gut ausgebildete Frauen besser verdienen und so dazu beitragen, dass eine große Familie überhaupt finanzierbar wird.
Diese Interpretation basiert aber auf der irrigen Annahme, dass Familie und Berufsleben hierzulande miteinander vereinbar sind und Frauen nach der Geburt ins Berufsleben zurückkehren können, kritisiert die Wissenschaftlerin. Die institutionellen Rahmenbedingungen fördern in Westdeutschland aber stattdessen das traditionelle Familienmodell der „Versorgerehe“, in der sich die Frau um die Kinder kümmert und der Mann das Geld verdient.
Die Ergebnisse der Studie zeigen einen völlig neuen Zusammenhang. Nicht die Ausbildung der Mütter selber spielt eine Rolle, wenn es um das zweite Kind geht, sondern die Ausbildung des Partners. Rund 60 Prozent aller untersuchten Frauen mit Hochschulabschluss leben mit Männern mit dem gleichen Ausbildungsniveau zusammen. Gut ausgebildete Frauen haben entsprechend Partner, die besser verdienen und so auch ein zweites Kind finanzieren können. Die Ergebnisse unterstützen außerdem eine weitere These, nach der Frauen, die sich trotz Hochschulabschluss für ein Kind und damit gegen ihren Job entscheiden, wahrscheinlich schon eine besondere Neigung zum Familienleben haben. Diese Vorauswahl an Frauen wünscht sich entsprechend häufiger auch ein zweites Kind. ks Autor: Michaela Kreyenfeld Quelle: „Time-squeeze, partner effect or self-selection? An investigation into the positive effect of women´s education on second birth risks in West Germany“, Demographic Research, 7:2, 15-48. Weitere Artikel zum Zusammenhang von Bildung und Familie:
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