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Beim Kinderwunsch ticken Männer und Frauen unterschiedlich. Das zeigt eine Studie, in der Forscher des MPIDF und der Universität Rostock untersuchten, welche Einstellungen und Überlegungen bei Männern das Eingehen einer Vaterschaft fördern. Die Arbeitsgruppe um Holger von der Lippe verwendete für ihre Analyse eine Mischung aus statistischen Daten und Interviews von Männern der Geburtenjahrgänge 1970/71 aus Rostock. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass bei Frauen eine große Herkunftsfamilie, eine schlechte Ausbildung und ein geringes Bildungsniveau der Eltern eine frühe Mutterschaft begünstigen. Die Rostocker Studie zeigt, dass bei Männern andere Faktoren eine Rolle spielen. Demnach fördern ein früher Berufsabschluss und ein zeitiger Auszug aus dem Elternhaus die Entscheidung für eine Vaterschaft in jungen Jahren. Aber auch die Persönlichkeit ist wichtig. So haben Männer, die früh eine Familie gründen, weniger Ängste, ein großes Maß an Optimismus, ein starkes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in eine gute Partnerschaft.
Für eine genauere Analyse befragten die Wissenschaftler Männer mit und ohne Kinderwunsch nach ihren Erwartungen und Einstellungen. Die Ergebnisse zeigten, dass der männliche Wunsch nach Kindern komplexer ist als vielfach angenommen wird. Die Forscher konnten zwei Muster unterscheiden, aus denen sich ein Kinderwunsch ableiten lässt. Zum einen die Vorstellung von persönlichem Wachstum und der Selbstfindung als Mann durch eine Vaterschaft, zum anderen eine Kombination aus bestimmten Einstellungen, Werten und Interessen. Dazu gehört etwa die positive Einstellung zu Familie und den Zielen der Partnerin, das Hochhalten von Werten wie Rücksichtnahme, Fürsorglichkeit und Reife und das Interesse, Kindern das Leben zu zeigen. ks Autoren: Holger von der Lippe und Urs Fuhrer Quellen: “Neue Väter” in Ostdeutschland? : Ein psychologischer Blick zeigt Wünsche nach und Möglichkeiten zur Elternschaft von Männern. Demografische Forschung Aus Erster Hand, 1(2004)4, 4-4 http://www.demografische-forschung.org/archiv/defo0404.pdf
Dimensionen und Determinanten des Kinderwunsches von Männern in Ostdeutschland in den 1990er Jahren: Ergebnisse einer problemzentrierten Interviewstudie mit 30-jährigen Kinderlosen aus Rostock [On the dimensions and determinants of men’s desire for children in East Germany in the 1990s: results of a problem-centered interview study with 30-year-old childless men from Rostock] In: Tölke, A.; Hank, K. (Eds.): Männer - Das "vernachlässigte" Geschlecht in der Familienforschung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 44-70.
Erkundungen zum männlichen Kinderwunsch. Ergebnisse einer psychologischen Interviewstudie mit 30-jährigen ostdeutschen Männern zur Familiengründung [Explorations of men´s desire for children. Results of a psychological interview study with 30-year-old men from East Germany on family formation] MPIDR Working Paper WP-2003-015 Weitere Artikel zu Männern und Familiengründung:
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