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Aller guten Dinge sind drei?! Familiengrößen in Norwegen und Westdeutschland im Vergleich

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Die Geburtenrate liegt überall in Europa unter der Schwelle der Generationenerneuerung. Dennoch: Es gibt Unterschiede zwischen den Ländern, etwa in der Zahl der Familien mit mehr als zwei Kindern. Sowohl in Westdeutschland als auch in Norwegen sind so große Familien die Ausnahme, doch in Deutschland sind sie deutlich seltener. Inwieweit hängt dies mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen oder mit familienpolitischen Maßnahmen zusammen? David Alich vom MPIDF untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Natürlich gibt es Faktoren, die in beiden Ländern gleichermaßen die Geburt von dritten Kindern beeinflussen. Je schneller beispielsweise die ersten beiden Geburten aufeinander folgen, desto wahrscheinlicher ist es, dass noch ein drittes Kind geboren wird. Umgekehrt könnte man auch sagen, dass Paare, die viele Kinder möchten, den Zeitabstand zwischen den Geburten nicht zu groß werden lassen.

 

Ebenso hat eine Änderung des Familienstandes der Mutter nach der Geburt des zweiten Kindes sowohl in Westdeutschland als auch in Norwegen einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, ein drittes Kind zu bekommen: Heiratet sie oder heiratet sie abermals, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, ein drittes Kind zu bekommen, deutlich.

 

Aber es gibt auch einen wesentlichen Unterschied zwischen Westdeutschland und Norwegen: Nur in Deutschland hängt die Wahrscheinlichkeit für ein drittes Kind direkt vom Bildungsstand der Mutter ab.

 

Bildung bewirkt laut Alich zweierlei: Einerseits hat der Beruf für gut ausgebildete Frauen in der Regel eine größere Bedeutung. Nur bei ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten können sie Beruf und Familie miteinander vereinbaren. Einige Frauen entscheiden sich, gänzlich auf Kinder zu verzichten - in Deutschland häufiger als in Norwegen. Und eine kinderlose Frau bekommt natürlich auch kein drittes Kind.

 

Andererseits gibt es einen indirekten Effekt, der damit zusammenhängt, dass Frauen sich (in allen Ländern) meistens Partner suchen, die ähnlich gebildet sind wie sie selbst. Das höhere Bildungsniveau und folglich das höhere Einkommen des Mannes kann dann auch dazu führen, dass es sich ein Paar eher leisten kann, ein drittes Kind zu bekommen, auch dann, wenn die Mutter zur Kinderbetreuung zu Hause bleibt. Dieser indirekte Effekt ist sowohl in Westdeutschland als auch in Norwegen zu beobachten.

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Autor: David Alich

Quelle: Alich D, 2006. The Third Child - A comparison between West Germany and Norway. MPIDR Working Paper WP-2006-001.

http://www.demogr.mpg.de/papers/working/wp-2006-001.pdf



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